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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 101

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 101 (sequence 108)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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- 101 — sitionellen hat, wie Herrn Fischer, macht man solche Sachen nicht, ohne ihn zu fragen. Nun hören Sie die Antwort der Leitung (liest): „Sehr geehrter Herr Fischer! Wir erhielten Ihr w. Schreiben vom 22. er., bedauern aber den Passus: „die Ereignisse und die Mitteilungen, welche das E. A. C. am 6. Mai dieses Jahres an das Actions-Comite zu machen gezwungen war, bestätigen leider . . ." in der „Welt" nicht zum Abdruck bringen zu können, da dieser Passus auf vertrauliche Mitteilungen des E. A. C. Bezug nimmt und wir durch den Abdruck Ihrer Bemerkung gezwungen wären, auf den vertraulichen Inhalt unserer Mitteilungen einzugehen, was in der „Welt" doch nicht angängig ist." Ich glaube, meine Herren, Ihnen damit den offiziellen Beweis erbracht zu haben, daß ich hier über Politik nicht sprechen kann. Es heißt zum Schluß in dem Briefe (liest): „Wir hoffen, daß Sie sich diesen Erwägungen anschließen und auf den Abdruck verzichten werden." Gezeichnet Jacobson. Hoher Kongreß! Ich habe mich gefügt und bis heute darüber geschwiegen, aber heute stehe ich hier, Sie sind mein Richter, und Sie sollen sagen, wer hier recht hat! Jetzt frage ich Sie noch, ob dieser Satz den Lesern irgend etwas mehr sagt, als der Artikel selbst. Er sagt nichts mehr. Setzen Sie eine Kommission ein, die darüber urteilt. Man will bloß nicht zugeben, daß die Leitung gezwungen war, das zu bestätigen, was wir Politischen jahrelang voraussagten! (Widerspruch und Unruhe.) Außerdem muß ich feststellen, daß ein derartig geleitetes Organ kein Recht hatte, nach der Rede des Herrn C o w e n in London von einer Irreführung der öffentlichen Meinung seitens der Opposition zu sprechen. (Beifäll. Zwischenrufe.) Meine Herren! Ich hätte noch verschiedenes zu erzählen, ich müßte Ihnen die Geschichte vom „Politischen Comite" erzählen, die Geschichte von der Pariser Versammlung, ich verzichte aber mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit. (Del. Dr. Weizmann: Erzählen Sie, sonst erzähle ich!) Erzählen Sie es! Meine Damen und Herren! Das, wogegen ich mich heute noch mit einigen Worten wenden möchte, ist dies: Wir befinden uns auf dem Wege, allmählich zu einer Partei im Judentum herabzusinken. Die ganzen Jahre wehre ich mich dagegen, daß man uns so herabdrückt. Es nützt nichts, es kommt immer das Wort „Partei" und der „Geist der Partei"' zum Vorschein. Wenn Sie den Bericht des Actions-Comites lesen, werden Sie finden, wie oft das Wort „Partei" darin steht. Wir sind aber keine Partei und wollen es nicht werden! (Lebhafter Beifall.) Es ist hier davon gesprochen worden, daß wir die Bank ausliefern oder sagen wir, übergeben müssen, weil die Leitung die Verantwortung habe. Ich muß sagen, über das Kapitel Verantwortung ließe sich sehr viel sprechen. Es besteht nämlich die irrige Ansicht, daß vor der zionistischen Oeffentlichkeit bloß die Leitung die Verantwortung hat. Ich stehe auf dem Standpunkte, daß jeder Delegierte, wenn er von hier beispielsweise zurück nach Chicago fährt, oder nach Berlin — nein, Berlin nicht (Heiterkeit) — oder nach Warschau oder Odessa, dort die Verantwortung trägt, denn in Chicago, Warschau oder Odessa kennt man den Delegierten. So steht es bei uns und überall. Aber die Leitung steht auf dem Standpunkte, daß sie allein die Verantwortung trägt. Ich habe mich gegen die Auffassung verwahrt, als ob wir keine Verantwortung hätten. Herr Dr. H a n t k e hat mir voriges Jahr bei der Jahreskonferenz eine Antwort gegeben, die ich Ihnen mitteilen will. Die „Welt" hatte nämlich uns Politischen in einer sehr unliebenswürdigen Weise empfangen. Da sagte ich Herrn Dr. Hantke, ich muß es ablehnen, als Actions-Comite- Mitglied die Verantwortung mitzutragen für die Leitartikel der „Welt". Das Zentralorgan müßte überhaupt unparteiisch sein. Darauf sagte Dr.

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