Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 106)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 99 - i n dem wir leben, und von dem Gallith, das i n uns lebt. (Lebhafte Zustimmung.) Da können die Praktischen nach mir herkommen und sagen: Schön, aber wie erreicht man das, wie macht man die politische Arbeit? Wenn ich das in drei Worten sagen könnte, ich glaube, Sie wären doch nicht so böse gewesen, mir die längste Zeit zuhören zu müssen. Ich könnte darauf eine einzige, positive, kategorische Antwort geben: So, wie Sie es machen, nicht! (Zahlreiche Zwischenrufe — Ruf: Das ist eine negative Antwort!) Erlauben Sie: Man sagt, die Theorie ist als richtig anerkannt, aber sie hat sich in der Praxis nicht bewährt. Hüten Sie sich, Zionisten,das hier zu betonen, ich warne Sie davor! Wenn die Theorie feststeht und man ist von ihrer Richtigkeit überzeugt, darf man nicht weichen und muß sagen: wenn ein Versuch nicht gelungen ist, so müssen eben andere Versuche gemacht werden! Nun besteht die Methode der Praktischen aber in einer ganz anderen Weise. Wenn eine Methode nicht gelungen ist, so fahren Sie in derselben Methode fort. Und das machen Sie nicht nur in der praktischen Arbeit, das machen Sie auch in der politischen. Wenn etwas nicht gut ist, so machen Sie es nicht anders, sondern machen es gerade so. Das ist die Methode der heutigen praktischen Richtung. (Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Die Redezeit ist zwar nicht beschränkt, aber im Interesse der Sache möchte ich Sie doch bitten,..... Del. Jean Fischer: Es tut mir leid, ich stehe zum ersten Male hier auf dieser Tribüne und kann nicht anders. Ich bin übrigens bald zu Ende. Wenn der Kongreß an dem, was ich sage, kein Interesse hat, so bin ich auch bereit, zurückzutreten, aber ich halte es für meine Pflicht .... Präsident Wolffsohn: Sie sehen ja, der Kongreß hört Ihnen sehr ruhig zu, aber im Interesse der Gesamtarbeit wollte ich an Sie die Bitte richten. Ich mache Sie ja nur aufmerksam, ich habe da gar nichts darein zu reden und ich stelle nur die Bitte an Sie, Ihre Gedanken möglichst zusammenzudrängen, damit wir mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit auskommen. Del. Jean Fischer: Meine Herren, ich habe gesagt, daß auch in der politischen Arbeit diese Methode eingehalten wird, trotzdem kein Erfolg da ist. Eine Einschränkung muß ich da machen, ohne daß ich aber prinzipiell auch nur um Haaresbreite von meinem Standpunkte abweiche. Vielleicht ist es doch möglich, daß Herr Dr. Jacobson einmal einen Erfolg hat. Man stellt uns immer etwas in Aussicht, was nicht eintrifft. Man kann dann 'also mit gutem Rechte verlangen, nach jahrelanger Befolgung eines Systems, das nichts bringt, daß dieses System einmal geändert werde. Vielleicht 'wird Herr Dr. Jacobson in den nächsten Tagen, im nächsten Monat kommen und sagen können: Wir haben etwas erreicht. Heute aber, auf dem XI. Kongresse, kann ich, da wir im nächsten Monate keinen Kongreß mehr haben, den Satz, den ich vorhin aussprach, nicht aufschieben und bin gezwungen, die heutigen Zustände in Betracht zu ziehen und zu sagen: bis heute haben wir nichts erreicht. Wir politischen Zionisten verlangen von Ihnen einen Kredit. Sie werden gleich hören, daß er nicht sehr groß ist. Um die Forderungen der politischen Zionisten zu entkräften, hat man gesagt, sie verlangen nichts Positives, sie nörgeln nur herum, sie wollen nur die Leitung stürzen, sie wollen Opposition machen. Meine Herren, wir verlar^£ja-~voriIhnen, daß Sie uns so viel glauben, wie man jedem Menschep^gjaglpt5^o^H^nge er nicht vorbestraft ist. So lange es nicht erwiese^ i^t, d^i^^QY^Xbrecher sind, dürfen wir von Ihnen verlangen, o/äjl/ ^"ims^AeVa sollen, daß, wenn wir einen Antrag stellen bezüglich/^e-r politischen ÄfcbeitX uf -v