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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 92

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 92 (sequence 99)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--4011-3480154
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- 92 — bekennen es und sind der Ansicht, daß tatsächlich diplomatische Züge und diplomatische Taktik unentbehrlich sind, um den Zionismus zu seinem Ziele gelangen zu lassen. (Beifall.) Aber während jene Herren nur darauf rechnen, daß durch die Macht der Verhältnisse, durch die Macht der diplomatischen Situation die Juden zu ihrem Rechte gelangen können, glauben wir, daß neben dem und vor dem vor allem die Macht des Willens, die Macht des jüdischen Lebenswillens notwendig ist. (Stürmischer Beifall.) Die Herren werfen der Leitung vor, daß sie viel Geld für verschiedene Experimente in Palästina verschleudere, die man besser der Privatinitiative überlassen sollte, weil das Geld immer für Zwecke riskiert wird, die auch mißlingen können, worunter der Gesamtzionismus leiden könnte. Auch wir wünschten und wünschen, daß die Leitung der Bewegung sich bestreben soll, Privatgelder für Palästina heranzuziehen und durch Fachleute die Privatinitiative zu pflegen, aber wir verstehen sehr gut, daß vor allem die Leitung der Bewegung selbst auch mit ihren Geldern beispringen und helfen muß, und daß vor allem ihre eigene Initiative auch aus der eigenen Tasche gehen muß, selbst wenn es sich auch nur um Experimente handelt. (Beifall.) Wenn Sie wirklich meinen, daß man das Geld nicht riskieren darf für Sachen, die noch nicht sicher sind, dann dekretieren Sie den Tod für mehr als 40 Kolonien in Palästina, dann dekretieren Sie den Tod für Schulen, für verschiedene Spitäler usw. in Palästina, denn überall dort war das Geld in dem Momente, wo man es zum ersten Male hergegeben hat, riskiert. (Lebhafter Beifall.) Meine sehr geehrten Herren! Ich behaupte, daß die Arbeit in Palästina das einzige ist, was im Momente der Gefahr zurückbleibt, und wir hatten solche Momente schon in der Bewegung erlebt, namentlich damals, als die große Diplomatie, die von unserem unvergeßlichen großen Führer H e r z 1 inauguriert wurde, plötzlich in die Brüche ging, als die große Hoffnung, mit der wir alle gespannt auf einen großen Moment hinausblickten, plötzlich zerstob. Damals war die Arbeit in Palästina in der Tat das einzige, was die verzweifelten Herzen wieder aufleben machte und zur weiteren Arbeit aufrichtete. (Stürmischer Beifall.) Und diese Arbeit hat auch einen moralischen Wert, denn sie ist das einzige, was Fremde, was Apathische zu uns bekehren kann. Nathan Strauß ging nach Palästina als ein Apathischer und kam als Zionist zurück, denn es ist die Arbeit hier, welche die Großen, die Reichen im Judentume mit den Kleinen, Armen, die den letzten Groschen für ein Gymnasium hergeben, die die großen Kapitalisten mit den Arbeitern, die ihre Hand, die ihre Arbeit hergeben, wieder vereinigt. Allein wir fürchten, daß während dieser Streit darüber, was den eigentlichen Wert des Schmelzmateriales in der zionistischen Bewegung ausmacht, zwischen der einen und der anderen Gruppe sich fortentwickeln wird, die Gegner des Zionismus indessen daraus Kapital schlagen, daß sie sich kräftigen werden und daß sie inzwischen den ganzen Schmelzwert dieses heißbrennenden Eisens der zionistischen Bewegung abzukühlen sich bestreben werden. Deshalb wünschen wir von der künftigen Leitung, die — wenigstens meiner Absicht nach — wahrscheinlich auch die jetzige sein wird (lebhafter Beifall) — wir wünschen es — daß sie sich alle Mühe geben soll, daß wir im künftigen Kongresse nicht mehr von einem sich absentierenden Dt. N o r d a u oder Dr. Marmorek und anderen sollen sprechen müssen, sondern daß wir hier eine Wiedervereinigung feiern sollen, daß alle Gruppen hier in einem Lager stehen sollen, alle zum Kampfe bereit. (Stürmischer Beifall.) Wir alle, die für den Gedanken der Vereinigung plädieren, müssen uns vornehmen, die Leitung darin zu unterstützen, was sie von uns verlangt. Sie verlangt von jedem von uns eine Kleinigkeit für den Zentralfonds, denn sie meint, darauf beruhe ein großes Stück Arbeit. Wir müssen sie unterstützen, denn der Erfolg der Arbeit beruht

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