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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 81

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 81 (sequence 88)
Language
German, English, Hebrew
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— 81 — Del. Dr. Melamed: Einen Augenblick noch, gleich werde ich enden. Da Sie mir, meine Herren, nicht die Möglichkeit geben, zu Ende zu sprechen, werde ich die Sache kurz zusammenfassen. Ich werde nach Schluß dieser Debatte eine Reihe von Anträgen stellen, die sich erstens auf die Einsetzung einer ordentlichen Preßkommission beziehen, die auch tätig ist; zweitens auf Schaffung eines Reservefonds und drittens auf die Ausarbeitung eines Emigrationsschemas nach Palästina. Denn, meine Herren, Sie müssen keinen Augenblick glauben, daß, wenn die Einwanderung in Palästina auch weiterhin sich in diesem1 Tempo vollzieht, wir je auf einen grünen Zweig kommen werden. Wenn unsere Leitung wirklich praktisch ist, ist es ihre erste praktische Pflicht, für eine schematisch ausgearbeitete, planmäßige Organisation in Palästina zu sorgen, denn der Zionismus wird entweder mit dem Bauer und dem Handwerker beginnen, oder er wird nie beginnen. (Rufe: Er hat schon begonnen!) Er hat bis jetzt noch nicht begonnen und eine Leitung, die nicht diese Sorge trägt/ hat ihre Pflicht und Schuldigkeit nicht getan. Das ist dasjenige, was ich vom Papiere ablesen wollte. (Schlußrufe. — Anhaltende Unruhe.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe. Herr Dr. Melamed hat nur noch einen kurzen Satz zu sagen. Del. Dr. Melamed: Meine Herren! Jetzt, da ich die Tribüne verlasse, und es nicht mehr dafür steht, daß ich wieder von dem Präsidenten zur Ordnung gerufen werde, muß ich sagen, daß ich von London gekommen bin in der Erwartung, nicht nur vom Kongreß besser behandelt zu werden, sondern auch einen besseren Kongreß zu sehen. (Stürmische Pfuirufe im: Saale und auf der Galerie.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte, nun den Antrag Pasmanik zu verlesen. Vizepräsident Simon: Der Antrag Pasmanik lautet (liest): „Der Kongreß beauftragt den Permanenzausschuß, ihm in der morgigen Sitzung Vorschläge für die Zusammensetzung folgender Kommissionen zu machen: 1. einer Palästinakommission von 33 Mitgliedern; 2. einer Kulturkommission von 15 Mitgliedern und 3. einer Kommission für Gegenwartsarbeit von 21 Mitgliedern." «Del. Dr. Nacht (zur Geschäftsordnung): Ich glaube nicht, daß jetzt schon über den Antrag des Herrn Dr. Pasmanik abgestimmt werden kann. Es sind so wichtige Fragen zu verhandeln, z. B. die Universitätsfrage, von der der Kongreß bis jetzt keine Ahnung hat — höchstens auf Grund einiger Zeitungsartikel — daß man sie nicht gleich einer Kulturkommission übergeben kann. Wir müssen zuerst im Plenum darüber sprechen, und erst dann kann in der Kommission darüber verhandelt werden. Bevor darüber nicht öffentlich gesprochen wurde, wäre es unrecht, solch wichtige Fragen gleich einer Kommission zu überweisen. (Lebhafter Beifall.) Berichterstatter Dr. Hantke: Geehrter Kongreß! Nach unserer jetzigen Geschäftsordnung ist die Wahl von Kommissionen wesentlich erleichtert, indem nämlich jede Landsmannschaft und jede Fraktion im Verhältnisse zu der Zahl der Kommissionsmitglieder eine entsprechende Vertretung in der Kommission beanspruchen kann. (Richtig!) Wenn Sie also jetzt schon dem Permanenzausschusse den Auftrag erteilen, die Wahl dieser Kommission vorzubereiten, so ist das sehr praktisch und die Bedenken des Herrn Dr. Nacht sind nicht begründet, denn die Landesorganisationen, die ja den Kreis ihrer Mitglieder besser übersehen können, können auch schon jetzt Mitglieder in diese Kommissionen entsenden. 6

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