Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 89)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 82 — Ich bitte Sie daher, diesen Antrag anzunehmen, denn er wird unsere Arbeit wesentlich erleichtern Del, Dr. Pasmanik: Meine Herren, ich will dem Herrn Dr. Nacht ganz kurz antworten. Präsident Wolffsohn: Zur Geschäftsordnung, Herr Dr. Pasmanik! Del. Dr. Pasmanik: Ich verlange, daß die Kommissionen sofort gewählt werden, und zwar zu dem Zwecke, damit sie Zeit "zur Arbeit haben. Die Universitätsfrage wird im Kongresse erst fast vor Schluß verhandelt werden, und wir werden dann vielleicht keine Zeit mehr haben. Wir können daher die Grundprinzipien jetzt schon beraten. Del. Dr. Rosenbaum: Es tut mir leid, Herrn Dr. Hantke wenigstens teilweise widersprechen zu müssen. (Unruhe.) Ich bitte, mich anzuhören, ich habe nur eine schwache Stimme. Was wollen Sie eigentlich mit der sogenannten Kulturkommission? Ich weiß ja, wir haben auch in früheren Zeiten eine Kulturkommission gewählt, aber heute wissen wir nicht, worüber diese Kommission verhandeln soll. (Rufe: Universitätsfrage!) Lassen Sie mich doch damit aus! Wollen Sie beschließen, daß wir eine Universität brauchen, so brauchen wir keine Kommission dazu. Wollen wir beschließen, was wir tun können, damit diese Universität gegründet werde, so müssen wir doch alle Anträge diesbezüglich anhören. Vielleicht brauchen wir Finanzmänner, vielleicht brauchen wir — es ist ja möglich — wirklich eine Kommission, am Namen liegts doch nicht, jedenfalls müssen wir aber wenigstens erst die Thesen haben. Heute wissen wir nicht, was für eine Kommission wir wählen sollen. Herr Dr. Pasmanik sagt, eine Kommission von 15 Mitgliedern. Warum nicht eine solche von 25, warum nicht eine solche von 35? Ich bitte Sie, wenigstens in diesem Teile den Antrag Pasmanik nicht anzunehmen. (Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Präsident Wolffsohn: Nein, ich kann zu diesem Antrage das Wort nicht mehr geben. Nach unserer Geschäftsordnung kann nur ein Redner pro, ein Redner contra sprechen. Es haben bereits zwei Redner gesprochen, und wir müssen deshalb sofort zur Abstimmung schreiten. (Zwischenrufe.) Sie können ja dagegen stimmen! Ich bitte, den ersten Teil noch einmal zu verlesen. Vizepräsident Simon (liest): „Der Kongreß beauftragt den Permanenzausschuß, ihm in der morgigen Sitzung Vorschläge für die Zusammensetzung einer Palästinakommission von 33 Mitgliedern zu machen." Präsident Wolffsohn: Ich bitte, den Antrag ins Hebräische zu übersetzen. Del. Dr. Klausner übersetzt den Antrag ins Hebräische. Präsident Wolffsohn: Sie haben also alle den Antrag gehört. Wer für diesen Antrag ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach einer Pause): Der Antrag ist angenommen. Ich bitte fortzufahren. Vizepräsident Simon: Der Kongreß beauftragt ebenso den Permanenzausschuß, ihm Vorschläge für die Zusammensetzung einer Kulturkommission von 15 Mitgliedern zu machen. Del. Dr. Nacht übersetzt den Antrag ins Hebräische. Präsident Wolffsohn: Wer für den Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Das Abstimmungsresultat ist zweifelhaft. Ich bitte, die Plätze einzunehmen. (Zwischenrufe.)