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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 79

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 79 (sequence 86)
Language
German, English, Hebrew
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zu machen, haben gewiß taktisch schwer gefehlt und uns geschadet, aber in einem Punkte muß ihnen jeder Zionist, der sich zum Baseler Programm bekennt, recht geben, nämlich in der Ausnützung des ^psychologischen Momentes für unsere Zwecke. Ich gestatte mir an das hohe E. A. C. die folgenden Fragen zu richten: Was hat unser Vertreter in Konstantinopef E. P. geantwortet, — ich will hier keine Namen nennen — als man ihm die Vorschläge von T. B. unterbreitet hat? Präsident Wolffsohn (unterbrechend): In der Weise geht es nicht weiter. Ich bitte zu hören, was ich Ihnen sage. Sie haben hier über alles mögliche gesprochen. Jetzt kommen Sie mit Fragen, die, wie ich glaube, der Kongreß nicht versteht, ich habe sie auch nicht verstanden, und auf die man Ihnen die Antwort gewiß schuldig bleiben wird. Es ist bei uns auch nicht Usus, daß man hierher mit fertigen Schriftstücken kommt und sie verliest. Ich bitte, haben Sie etwas zum Berichte zu sagen, dann sprechen Sie darüber und schweifen Sie nicht ab! Der Kongreß hat mehrmals bereits Schluß gerufen, deshalb bleiben Sie bei der Sache, beim Bericht des E. A. C. Del. Dr. Melamed: Zum1 Berichte des E. A. C. gehört die Tätigkeit des Herrn Dr. Jacobson in Konstantinopel. Das können Sie mir nicht verbieten. Wenn aber der Kongreß glaubt, daß die Tätigkeit des Herrn Dr. Jacobson nicht zum Berichte gehört, dann trete ich sofort zurück. Präsident Wolffsohn: Ich Tiabe Ihnen nicht das Wort entzogen, Herr Melamed, sondern Sie gebeten, bei der Sache, nämlich beim Berichte des E. A. C. zu bleiben. Ich bitte fortzufahren. Del. Dr. Melamed (fortfahrend): Ich möchte nur bestimmte Fragen zusammenfassen und glaube, daß darüber Herr Dr. Jacobson Aufschluß geben wird. Hat die Tätigkeit des Herrn Dr. Jacobson in Konstantinopel in den letzten 4—5 Jahren zu Mißverständnissen oder zu Zusammenstößen zwischen gewissen türkischen Staatsmännern und Herrn Dr. Jacobson geführt? Mehr will ich nicht wissen. (Dr. Jacobson: Nein!) Wir haben alle den Bericht des Herrn Dr. Hantke gehört. Eines habe ich vermißt. Welche Schritte und Maßnahmen hat unsere hohe Leitung zur Schaffung eines Reservefonds unternoimtaien? Hat nicht unsere hohe Leitung schon daran gedacht, daß es einer großen Organisation, wie der unserigen, direkt unwürdig sei, von der Hand in den Mund zj leben? (Sehr richtig!) Ich hatte im letzten Winter des öfteren Gelegenheit, mit hohen ottomanischen Staatsmännern und Diplomaten über unsere Sache zu sprechen. Viele der Herren haben von uns eine ganz falsche Meinung und diejenigen, die mit der Natur unserer Bestrebungen vertraut sind, halten uns für bettelarm1 und glauben, daß wir der nötigen Mittel, die zum Abschluß einer Transaktion erforderlich sind, entbehren. Wenn wir wirklich so bettelarm sind, können wir uns wenigstens einen gewissen Schein geben, daß wir es nicht sind. (Lebh. Heiterkeit.) Auch das kann man, meine Herren, oder wir können doch etwas in dieser Beziehung unternehmen. Aber Herr Dr. Hantke hatte die Güte, zu sagen, daß Menschen notwendiger sind als Geld. Das ganze jüdische Volk ist zionistisch. Menschen haben wir genug, aber Geld haben wir nicht und unsere Aufgabe ist es, in erster Reihe für Geld zu sorgen. Das Judentum hat gelebt und wird auch weiter leben, aber der jüdische Staat ist nur auf uns angewiesen, und man kann ihn nicht schaffen ohne Geld, und es ist die erste und notwendigste Pflicht unserer Leitung, ob sie nun zusammengesetzt sein wird, wie sie war, oder ob sie anders zusammengesetzt sein wird, in erster Reihe dafür zu sorgen, daß ein Reservefonds geschaffen wird, ein Fonds, der uns in die Lage versetzt, in jedem Augenblick auf eine Transaktion einzugehen. (Ruf: Geben Sie 100 Millionen!) Fünf sind genug!

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