Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 75 (sequence 82)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476276--3994-3480137
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— (5 — Wir sind die Leibgarde der Arbeit! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Das Actions-Comite ist in ein einseitiges, nationalistisches, achadhaamistisches Fahrwasser geraten. Das Actions-Comite läßt sich von Kompromissen leiten, wir sahen dies in der Kulturfrage, in dem Verhalten gegen den Misracihi. Ist dies eine richtige Verteidigung von Beschlüssen, wenn man sich nach rechts und nach links verbeugt? Die „Welt" — das müssen wir mit der schärfsten Kritik hervorheben — ist das Organ der deutsch-russischen Koalition geworden, die aiuf dem Standpunkte steht: Ibrith oder russisch. Selbst ein Wortführer, wie Dr. Rupp i n, hat in seinem Buche: „Die Juden der Gegenwart" die Ansicht vertreten, daß „Jüdisch" das einzige Bollwerk des jüdischen Nationalismus im Osten ist, und Dr. Ruppins Buch ist ein Standardwerk der zionistischen Bewegung. Wir können nicht in eine Bewegung hinein, die nicht auch den Gegner bestehen läßt. Die „Welt" hat die Beschlüsse unserer Partei wegen des Nationalfonds gestrichen, auch hat sie einen Artikel von Dr. Pasmanik gegen die „jüdische" Kultur gebracht, ohne die Antwort darauf aufnehmen zu wollen. Ist dies der Standpunkt einer zionistischen Organisation, in welcher alle Gruppen befriedigt werden sollen? Der Standpunkt, vor einen Kongreß zu kommen und einige hebräische Reden herabzudreschen, die von Autoritäten des Hebräischen nicht übersetzt werden können, ist ein ganz verfehlter, wir müssen damit aufräumen. Wir glauben, es ist an der Zeit, mit der Verelendungstheorie, die sich breit macht, aufzuräumen: der Zionismus muß positiv behandelt werden. Die Westjuden können darüber nicht reden. Sie fühlen nicht das Leben. Daher meinen sie, daß die Hebraisierung die Triebkraft sei. Wenn etwas in der Richtung der Palästinaarbeit geschehen ist, so ist es nur für eine ganz dünne, bürgerliche Schicht geschehen, die sich den Luxus erlauben kann. (Heftige Gegenrufe.) Die Poale-Zionisten stehen auf dem Standpunkte, es gibt keine prinzipiellen Gegensätze zwischen praktischem und politischem Zionismus. Wenn wir auf dem letzten Kongreß für diese Leitung stimmten, so geschah es nur, weil wir die zionistische Bewegung davon befreien wollten, daß die Minorität die Majorität beherrschte. Ich erkläre im Namen meiner Partei, daß unser Weltverband in Krakau beschlossen hat: Wir stehen auf dem Standpunkte, daß die Leitung die Finanzinstitute übernehme. Wir machen unser Votum abhängig von den Berichten über die Palästinaarbeit und den Nationalfonds. (Beifall.) Vizepräsident Dr, Gaster: Das Wort hat Herr Dr. S. Melamed. Del. Dr. Melamed: Herr Präsident, ehrenwerte Kongreßmitglieder! Es ist nicht meine Absicht, für oder gegen die Leitung, sondern über zionistische Geschäfte und Transaktionen, die unsere oberste Verwaltungsbehörde innerhalb der letzten Amtsperiode abgeschlossen hat, zu sprechen. Ich will es vermeiden, Zensuren auszustellen. Inwiefern die von der Leitung während des genannten Zeitraumes geleistete Arbeit Lob oder Tadel verdient, wird der hohe Kongreß nach Schluß dieser Debatte selbst festzustellen haben. Ich fange meine Auseinandersetzung mit dem Nächsten und Unmittelbarsten, nämlich mit der Organisation des Kongresses selbst an. In vielen zionistischen Kreisen wird darüber Klage geführt, daß der XI. Zionistenkongreß durch die vielen Nebenveranstaltungen, die die Leitung tatkräftigst gefördert hat, in eine Schaustellung zweifelhaftester Sorte umgewandelt wird. (Lärm und Pfuirufe.) Mitglied des E. A. C. Dr. Hantke: Nehmen Sie das zurück, cks ist eine pngehörigkeit. (Lärm und Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Gaster: Ich muß den Redner aufmerksam machen, daß er ein Wort gebraucht hat, von welchem er selbst zu-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.