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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 71

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 71 (sequence 78)
Language
German, English, Hebrew
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— 71 — der Klärung der Idee. Sie werden sich erinnern, daß wir vor zwei Jahren selbst in bezug auf das Ideal wenig Klarheit hatten, daß selbst bezüglich dieses Ideals die Meinungen etwas Chaotisches hatten, daß, wenigstens in manchen Sphären, eine Art Anarchismus vorherrschte. Ich erinnere mich eines Aufsatzes, worin es geheißen hat, daß der Zionismus für die russischen Zionisten nichts Nationales darstellt, sondern bloß die Lösung des Emigrationsproblems. Und als ich mich an die Redaktion mit der Frage wandte: Wie haben Sie es wagen können, in einer zionistischen offiziellen Zeitung eine derartige Behauptung aufzustellen, habe ich die Antwort bekommen: Ich, der Redakteur, teile diese Ansicht nicht, aber das ist der gegebene Zustand unter den russischen Zionisten. Das führe ich nur als Beispiel an. Sie wissen ja, wie viel in bezug auf die Aenderung des Programms gesprochen wurde, und zwar nicht bezüglich des letzten Punktes, sondern gerade bezüglich des ersten Punktes. Die Frage der Aenderung des Programms wird nicht mehr aufgeworfen werden. Die Gefahr, die früher vorhanden war, war die, daß ein Antizionismus unter der Form des Zionismus eingeschmuggelt würde. Diese Gefahr ist heute nicht mehr vorhanden und ihre Beseitigung betrachte ich als das größte Verdienst des E. A. C. Ein zweites Verdienst wurde zwar im Berichte erwähnt; ich weiß aber nicht, ob es genügend geschätzt worden ist. Das ist eine organisatorische Neuerung. Nicht alle im Kongresse wissen, was jetzt im Innern der Organisation stattgefunden hat. Seit Jahren war es eine streng juristische Frage bei uns, welches sind die Kompetenzen des E. A. C. und jene des Großen Actions-Comites? Wenn es Ihnen vielleicht scheinen mag, daß dies nicht so wichtig sei, so kann ich beteuern, daß dies zu den größten Mißverständnissen geführt hat. Heute ist eine solche Frage nicht mehr da. So oft wir im Actions-Comite saßen, habe ich kein Engeres und kein Großes Actions-Comite gesehen, ich habe nur Genossen gesehen. Allerdings — und ich bitte die Herren vom E. A. C, mich zu hören — hege ich die Furcht, daß die Herren vom E. A. C. dies nicht genügend unterstrichen haben, und daß es vielleicht eine Gefahr bedeutet. Ich möchte daher, daß wir zu der Praxis, welche wir bis vor zwei Jahren ausgeübt haben, wieder zurückkehren. Was die politische Arbeit des Actions-Comites anbetrifft, so glaube ich, sind sehr viele, welche in diesem Punkte Klarheit haben möchten oder wenigstens Klarheit haben sollten. Ich glaube, wenn man darüber im Klaren wäre, gäbe es nicht die recht traurigen Mißverständnisse, die leider stattgefunden haben. Ich glaube, ich kann die Richtung des E. A. C. mit einem Worte präzisieren. Es ist eine realistische Richtung. Ich will damit sagen, es befolgt damit nicht eine politische Tätigkeit, die vielleicht in den großen Massen des jüdischen Volkes großes Aufsehen und Bewunderung hervorrufen würde, sondern es befolgt eine derartige politische Arbeit, bei der es praktische Erfolge zu erwarten oder zu erhoffen hat. Ob die Herren ihre Sache gut oder nicht gut machen, darüber maße ich mir kein Urteil an. Darüber können Sie, meine Herren, auch kein Urteil haben. Das kann man höchstens im Großen Actions- Comite, wo man die Sachen genau kennt, beurteilen. Aber das Prinzip habe ich Ihnen gesagt, und das werden Sie beurteilen können. Ich für meine Person halte das für den einzig richtigen Standpunkt. (Beifall.) Was die Palästinaarbeit anbetrifft, muß ich sagen, ich finde leider nicht, daß das neue Actions-Comite, welches doch unter dem Zeichen der realen Arbeit in Palästina gewählt worden ist, etwas Neues vorgebracht hat, was nicht schon früher war. Sie können vielleicht die eine oder die andere Arbeit machen, die früher nicht gemacht worden ist, sonst würde es heißen, man hat Palästina aufgegeben. Aber ich sehe weder

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