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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 68

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 68 (sequence 75)
Language
German, English, Hebrew
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— 68 - ablehne, wie es der damalige Kongreß getan hat. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat nun Herr Ussischkin. Del. Ussischkin (mit stürmischem, langandauerndem Beifall begrüßt, spricht hebräisch): Verehrter Kongreß! Ich habe es vermieden, bisher in die Debatte einzugreifen, weil ich mir gedacht habe, daß hier der Ort ist, an dem man über die alierwichtigsten Grundsätze des Zionismus sprechen sollte. Zu meinem Leidwesen habe ich vergebens auf das Auftreten jener Partei gewartet, die mit unserer neuen Richtung unzufrieden ist und die uns doch endlich sagen sollte, warum und womit sie eigentlich unzufrieden ist. Wie stellen Sie sich denn die Arbeit unserer Organisation vor?; , i;|: Nun, meine Herren, ich bin einer derjenigen, die die Verantwortung für diese neue Richtung mittragen, und ich bin der Ansicht, daß es wirklich recht ist, die Tätigkeit der Leitung einer Kritik zu unterwerfen, d. h. danach zu sehen, ob sie unser Mandat richtig ausgeführt hat. Vorerst aber muß festgestellt werden, daß wir diesmal überhaupt vor einer ganz neuen Erscheinung stehen. Bis zu diesem Kongreß hatten wir wohl Leiter, Führer, aber keine Leitung. Es ist jetzt das erste Mal, daß vor uns ein verantwortliches Komitee steht, das uns nicht bloß formell, sondern auch tatsächlich Rechenschaft schuldig ist und leisten will. Und ich erkläre da offen vor aller Welt: Wir sind mlit unserer Leitung zufrieden! (Stürmischer Beifall.) ich drücke Euch, Freunde vom E. A. C, die Hände und sage Euch besten Dank. Ihr habt Eure ganze Kraft, Eure ganze Zeit und alle Eure Fähigkeiten in den Dienst unserer Sache gestellt und habt soviel erzielt, wie Euch nur möglich war. Wenn Ihr nicht noch mehr erzielt habt, so ist es unsere Schuld, die Schuld derjenigen, die Euch die Mittel zur Arbeit vorenthalten haben. Palästina habt Ihr uns zwar nicht erworben, aber Ihr habt uns ihm einen Schritt näher gebracht. Und auch da habt Ihr uns einen riesigen Fortschritt gezeigt, daß Ihr, die Professoren und Doktoren, es vermocht habt, Euer Geschäftsjahr ohne Defizit abzuschließen, was bei den Kaufleuten und Bankiers doch nie der Fall gewesen war. Ferner habt Ihr auch auf geistigem Gebiete Eure Tatkraft und innere Macht gezeigt. Ihr seid in eine Stadt voll Mißtrauen als Fremde unter den ungünstigsten Verhältnissen eingezogen, und siehe da, welche Schar von jungen, fruchtbaren Kräften sich um Euch gesammelt hat! Nun will ich aber auch über diejenige Frage ein Wort reden, die unsere Gesinnungsgenossen seit Wochen in Spannung hält. Ich gestehe es: Für mich ist diese Frage gar nicht so wichtig; aber, wenn man schon über sie spricht, so sollen Sie auch meine Meinung hören. Dr. Katzenelsohn hat hier von der Notwendigkeit gesprochen, unsere Finanzinstitute zu überwachen, und er hat sich bemüht, dabei auch auf einen Ausspruch von mir Bezug zu nehmen. Aber, lieber Dr. Katzenelsohn, eben darum, weil ich immer für die Ueberwachung unserer Institute gewesen war, bin ich auch jetzt für die Ansichten des E. A. C., weil ich gerade bei denen, die heute die Bank überwachen, keinen besonderen Eifer wahrnehme. Herr Dir. Katzenelsohn wird sich wohl daran erinnern, daß wir hier in dieser Stadt, als noch die Diplomatie bei uns im Vordergrund stand, beisammen saßen und die Frage der Deckung der El Arisch-Expedition diskutierten. Herr Dr. Katzenelsohn wird sich wahrscheinlich entsinnen, daß ich auch damals gegen die Antastung der Bank war. Denn ich war immer dafür, daß die Gelder der Bank bloß für Palästina Verwendung finden können. Dagegen waren Sie immer der Ansicht, daß die Bank ein „politisches

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