Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 67

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 67 (sequence 74)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
100% known words query
IRI
…/3476254-3476276--3986-3480129
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 67 — dies am V. Kongreß. Dr. Farbstein hat den Antrag gestellt, dem Actions-Comite die Verfügung über die Kolonialbank zu geben. Da werden Sie gestatten, daß ich Ihnen einige Stellen zitiere. Vor allem eine Stelle von Dr. Herzl, der in einer Beziehung sich für den Antrag geäußert hat, und dann sagt er: „Man hat die Ansicht vertreten, daß es sich darum handelt, dem Actions-Comite die Verfügung über die ganze Bank zu geben. Das wäre doch," sagt er, „eine Torheit, von der ich gar nicht begreifen kann, daß sie hier vorgebracht werden konnte." Das war die Ansicht von Dr. Herzl. Nun werde ich mir erlauben, noch eine Ansicht zu zitieren. Gestatten Sie, daß ich Sie Ihnen vorlese? (liest): „Diese zwei Körperschaften müssen immer getrennt werden. Wenn wir die Zwecke und Eigenschaften dieser beiden Körperschaften vermischen, so würde das zum Schaden unserer ganzen Sache sein. Wenn die Generalversammlung und der Aufsichtsrat irgendwelche Spesen für unsere Bewegung zweckmäßig finden, so mögen Sie auf ihre Verantwortlichkeit, durchaus nicht auf unseren Namen handeln und sollen es nicht. Wenn wir dem Antrage Farbstein zustimmen, so wird vielleicht die Zeit kommen, wo wir das bereuen." Diese Worte stammen nicht von Herzl, wie Sie vielleicht vermutet haben werden. Diese Worte stammen von unserem Freunde Ussischkin. (Lebhafter Beifall.) Da haben damals noch eine ganze Reihe anderer Herren sich dagegen ausgesprochen, daß das Actions-Comite auch nur über einen kleinen Betrag — es handelte sich damals um 2000—3000 Pfund — verfüge, z. B. Herr Dr. Jacobson und unter gewissen Einschränkungen auch Herr Dr. Weizmann. Aus diesen Namen sehen Sie, daß es sich nicht bloß um gewisse Richtungen gehandelt hat, sondern daß es damals allgemeine Ansicht war, daß das Actions-Comite und der Aufsichtsrat der Bank ganz verschiedene Körperschaften sind, und daß man sie nicht vermischen soll. Nun glaubte heute Dr. Hantke, es wäre unter der Würde des Actions- Comites, wenn es nicht über die Bank verfügen sollte. Dr. Herzl hat das nicht gewünscht und hat es sogar für eine Unmöglichkeit erklärt, daß derartiges beantragt werde. Herr Ussischkin, Herr Jacobson, Herr Weizmann und andere waren dagegen und ich bin sicher, daß, wenn Dr. Herzl, der leider nicht mehr unter uns ist, hier wäre, er seine Ansicht am besten vertreten würde. Deshalb bin ich überzeugt, daß Sie dem heutigen Actions-Comites keine Befugnisse einräumen werden, die Sie Dr. Herzl und dem damaligen Actions-Comite nicht anvertraut haben. (Lebhafter Beifall. — Widerspruch.) Ich werde selbstverständlich, meine sehr geehrten Herren, bei dem Referate über die Bank zu dieser Frage nicht mehr sprechen. Ich kann Sie versichern: Wäre der Antrag nur irgendwie mit unserem Gewissen zu vereinbaren, ich hätte mich nicht so ins Feuer gelegt, aber meine Herren, ich habe schon einmal gesagt, ich betrachte uns, das Direktorium, wie die Schomerim in Palästina, die mitunter mit der ganzen Energie und selbst unter Einsetzung ihres Lebens alles verteidigen müssen, was wir dort haben. (Mitglied des E. A. C. Dr. Hantke: Womit vergleichen Sie uns in diesem Beispiel, etwa mit den Räubern?) Nein, Herr Dr. Hantke, ich vergleiche Sie mit gar nichts, sondern sage nur im allgemeinen, daß wir verpflichtet sind, auf unserem Posten zu stehen und unsere Verantwortung zu erfüllen. Wenn Sie das irgendwie auf sich beziehen, so tut es mir leid, aber gestatten Sie uns, daß wir unsere Verantwortung bis zuletzt erfüllen. Ich möchte deshalb den hohen Kongreß bitten, daß er uns darin unterstütze und die Anträge, die zur Zeit Dr. Herzls nicht durchgegangen sind, die er als unmöglich bezeichnet hat, heute wieder 5*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.