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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 66

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 66 (sequence 73)
Language
German, English, Hebrew
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— 66 — Nun wäre es aber auch für das Actions-Comite selbst sehr schädlich. Vor allem ist es für das Actions-Comite, wenn man sich mit Ansprüchen an dasselbe wendet, in Rücksicht auf seine Popularität als auch auf das Ansehen der Bewegung viel besser, wenn wir, die Direktoren, kein Geld geben, als wenn es vom Actions-Comite verweigert wird. (Heiterkeit.) Viel vorteilhafter ist es, wenn man auf jemanden andern die Schuld schieben kann, als auf sich. Noch eine ganze Reihe anderer wichtiger Umstände sprechen dagegen. Es wurde immer bei den Bankversammlungen gesagt, man müsse sich bestreben, die Bank zu einem kommerziellen Unternehmen zu machen. Darin sind wir alle einig. Nun, wer kaufmännische Kreise kennt, weiß, daß nirgends so viel Mißtrauen gegen Institutionen besteht, als wenn sie auch nur eine Spur von philanthropischem Charakter haben. Ich kann Sie versichern, daß manche Banken nur deswegen nicht so mit uns arbeiten wollen, als sie arbeiten würden, weil sie glauben, daß wir nicht nur kaufmännische, sondern auch andere Zwecke verfolgen. (Sehr richtig.) Diese Punkte, die ich auseinandergesetzt habe, sind so klar und deutlich, daß man wirklich zu der Ueberzeugung kommen muß, daß eine Identifizierung des Actions-Comites und der Bank absolut unrichtig wäre. Verstehen Sie mich aber nicht falsch. Es handelt sich hier nicht um eine Personenfrage, sondern im Prinzip halte ich es für sehr gef ährlich» daß der Aufsichtsrat einer Bank und die Leitung einer Bewegung dieselben Personen sein sollen. Nun entsteht die andere Frage. Liegt eine Veranlassung hierzu vor? Ist es wirklich nötig? Meine Damen und Herren! In den fünfzehn Jahren des Bestehens der Bank war das Actions-Comite und der Aufsichtsrat der Bank nie und niemals dieselbe Person, und wenn man von prinzipiellen Unterschieden oder von Streitigkeiten zwischen den Institutionen und der Leitung spricht, so kann ich ebensogut für den Leiter des Nationalfonds als für mich als Vorsitzenden des Direktoriums der Bank sagen, daß ich mich wirklich nicht erinnern kann, daß auf der Basis von prinzipiellen Fragen jemals irgendwie ein Unterschied war. Ja, es waren sehr oft Unterschiede zu allen Zeiten. Als gewisse Verhältnisse kamen und die Leitung Subventionen verlangte, da gab es mitunter sehr große Unterschiede. Das ist eben der wesentliche Punkt. Diese Unterschiede sollen eben sein. Ich beschuldige die Leitung einer Bewegung absolut nicht, wenn sie in Verlegenheit ist und glaubt, blutenden Herzens etwas nicht ausführen zu können, daß sie sich an die Bank wendet. Aber das ist eine Körperschaft, die einen anderen Standpunkt einnimmt, die bedenkt, daß die Aktien gezeichnet sind von allen möglichen Menschen, die auch Nicht- Zionisten und Nicht-Juden sind, daß ein anderer Standpunkt da maßgebend ist. Ja, für die Zwecke, für die unsere Bank gegründet ist, zur Erreichung des Endzieles des Zionismus, dafür steht jeder Groschen der Bank frei. Aber für die momentane Bewegung freut es mich, aus dem Munde eines Mannes, der früher auf dem entgegengesetzten Standpunkte gestanden ist, zu hören, daß er nun mit uns übereinstimmt. Man spricht davon, daß die Leitung keinen Einfluß auf die Bank hat. Das stimmt leider gar nicht. Der Präsident der Bewegung ist zugleich Vizepräsident des Aufsichtsrates. Noch ein Mitglied des E. A. C. ist Mitglied des Aufsichtsrates, noch ein Mitglied des E. A. C. ist Mitglied des Direktoriums. Daraus ersehen Sie, daß die Beziehungen zwischen dem E. A. C. und der Bank sehr enge sind und daß alle informiert sind, was vorgeht. Aber es handelt sich um etwas anderes, nämlich darum, zwei Körperschaften, eine Institution, die für alle Zeiten da ist und eine andere, die nur für die momentanen Zwecke der Bewegung da ist, zu identifizieren. Man sagte: Wie war es zu Zeiten Herzls? Ja, es ist einmal zu Herzls Zeiten ein sehr ähnlicher Antrag gestellt worden. Es war

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