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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 64

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 64 (sequence 71)
Language
German, English, Hebrew
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— 64 — welche für diesen Antrag sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Antrag ist abgelehnt. (Stürmischer Beifall.) Herr David Kapotkin aus Buchara hat einige Worte im Namen der Juden Bucharas, die zum ersten Male hier im Kongreß vertreten sind, zu sprechen. (Stürmischer Beifall.) Del. David Kapotkin (Samarkand): (hebräisch): Von einem dunklen Winkel der Diaspora, vom Turkestanischen Samarkand, bin ich hierher gekommen, um als Delegierter am XI. Kongresse teilzunehmen, und ich bringe dem verehrten Kongresse die wärmsten Grüße der dortigen russischen und bucharischen Juden. (Lebhafter Beifall.) Verehrter Kongreß! Ich war auch am VII. Kongreß als Delegierter beteiligt, aber damals hatte ich kaum das Recht, im Namen der Bucharer Juden zu sprechen: Sie hatten damals noch wenig am Zionismus teilgenommen. Sie betrachteten sich damals als vom Himmel heruntergefallene Juden, die mit der Judenschaft der übrigen Welt gar nichts Gemeinsames haben. Zwar hatten sie ein Herz für Jerusalem, aber nur im religiösen Sinne. Sie haben Häuser in der Vorstadt von Buchara gebaut und das Stadtviertel „Rechowoth" nennen lassen; aber die zionistische Bewegung kannten sie nicht und legten ihr keine Bedeutung bei. So war es vor acht Jahren. Aber seitdem hat sich so vieles geändert. Die Macht des Galuth hat auch sie erreicht und in die Enge gedrängt. Jetzt wissen sie, daß' sie bloß ein Bruchteil des jüdischen Volkes sind und ihr Geschick kein anderes sein kann als das des ganzen Volkes. Und nun sehen Sie, daß unter den Vertretern sämtlicher jüdischen Volksteile auch der Platz der Bucharer Juden nicht leer geblieben ist. Ich gebe meiner bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß die Bucharer Juden in Zukunft erst recht viel für den Zionismus leisten werden. (Stürmischer Beifall.) Präsident Wolffsohn: Das Wort hat Herr Litman Rosenthal. Del. Litman Rosenthal (Jargon): Geehrter Kongreß! Im Namen der Freunde der hebräischen und jiddischen Literatur und Presse stelle ich an das hochgeehrte E. A. C. folgende Anfrage: Die Hebung unserer nationalen und hebräischen Kultur, die Förderung und Wiederbelebung unserer Kunst steht jetzt unter der Führung des E. A. C. Ich frage daher, ob es den Dispositionen unseres E. A. C. entspricht, wenn unsere größten Schriftsteller und die bedeutendsten Vertreter der hebräischen Literatur und Presse bei ihren Ansuchen zum Kongresse . . . Präsident Wolffsohn (unterbrechend): Einen Moment, Herr Rosenthal! Diese Angelegenheit habe ich bereits geordnet. Sie sagten mir, Sie wollen an das E. A. C. eine Anfrage richten. Ich habe angenommen, zu dem in Beratung stehenden Gegenstande. Die Angelegenheit mit den Journalisten ist bereits geordnet — hier sitzen die Herren. Haben Sie noch etwas zu bemerken? DeL Litman Rosenthal: Der hochgeehrte Herr Präsident hat gesagt, er habe die Angelegenheit bereits geordnet. Das ist richtig. Aber mich interessiert es zu erfahren, ob das E. A. C. in seinem Bureau Leute angestellt hat, die die Namen unserer bedeutendsten Schriftsteller nicht kennen. , Präsident Wolffsohn: .Geehrter Kongreß! Die Angelegenheit, die eben Herr .Rosenthal gerügt hat, ist bereits geordnet. Wir fahren jetzt in der Debatte über den Bericht des E. A. C. fort. Das Wort hat Herr Dr. Katzenelsohn, Präsident der jüdischen Kolonialbank. DeL Dr. Katzenelsohn (mit lebhaftem Beifall begrüßt): . Hoher Kongreß! Ich habe gar nicht geglaubt, daß ich schon heute

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