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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 57

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 57 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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— 57 — Präsident Wolffsohn: Herr Dr. H a 1 p e r n! DeL Dr. Halpern: ... ich stelle den Antrag, Herr Präsident: Debattieren wir jetzt nicht über dieses Telegramm und schicken wir es jetzt nicht ab. (Stürmischer Beifall. — Andauernder Widerspruch und Lärm.) Präsident Wolffsohn: Ich bitte um Ruhe! Herr Dr. Gast er hat zu diesem Punkte das Wort. Vizepräsident Dr. Gaster (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Ich werde den Kongreß nur zwei oder drei Minuten in Anspruch nehmen. Ich bitte den Kongreß in einer Frage der Höflichkeit, in einer Frage der Anerkennung der unermeßlichen Verdienste, die N o r d a u geleistet hat, (lebhafter Beifall) sich nicht schroff und unüberlegt zu entscheiden. (Zwischenrufe.) Unterbrechen Sie mich nicht! Lassen Sie mich nur zwei Worte über die Sache reden! Wir verpflichten uns zu nichts. Höflichkeit ist die erste Pflicht des Gentleman, das erste Zeichen der Zivilisation. (Lebhafter Beifall.) Wir können auf unserem Standpunkte verharren mit aller Energie. Wir können alle unsere Prinzipien bis zum letzten Punkte verfechten, wir können unseren Standpunkt wahren, soweit wir es nur verstehen. Aber einem Nordau gegenüber, der der Freund Dr. H e r z 1 s war, der von allem Anfang an an der Bewegung teilgenommen hat (lebhafter Beifall), einem Nordau gegenüber, dessen Ansichten ich absolut nicht teile, werde ich der erste sein, unser Bedauern auszudrücken, daß er nicht in unserer Mitte ist, ihm den Dank auszusprechen für das, was er geleistet hat (lebhafter Beifall) und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß über all' diese Parteileidenschaften und über all' die Zwistigkeiten hinaus, die in unserer Bewegung entstanden sind, wir einer Zeit entgegensehen, wo Nordau wieder mit uns arbeiten wird, von unserem Standpunkte aus. (Stürmischer Beifall. — Zwischenrufe.) Präsident Wolffsohn: Herr Dr. Pasmanik hat das Wort. Del. Dr. Pasmanik: Hoher Kongreß! Wenn Sie die Presse verfolgt haben, so wissen Sie ganz genau meine Stellung zu der, ich weiß nicht, wie ich sagen soll, berühmten oder berüchtigten Rede Nordatts (Ohorufe). Die einen sagen so, die anderen so. Haben Sie nur Geduld, beide Qualifikationen anzuhören. Ich bin der Meinung, daß uns dies nicht hindert, auf den Brief Dr. Nordaus ein Telegramm, in der Form wie es Herr Fischer beantragt hat, abzusenden. Man hat da von Taktik gesprochen. .Meine Herren! Auch die heutige Präsidentenwahl spricht nicht von der Taktik der Mehrheit, sondern wir sind dankbar unseren verdienten, wenn auch nur in der Vergangenheit verdientem Führern. (Lebhafter Beifall.) Insoferne fasse ich das Telegramm an Dr. Nordau auf und beantrage, ohne weiteres das Telegramm an Dr. Nordau abzusenden. (Lebhafter Beifall.) Del. Ussischkin (mit stürmischem, langandauerndem Beifall begrüßt, spricht Hebräisch): Del. Dr. Klausner (übersetzend): Herr Ussischkin will nicht, daß durch unsere Antwort ein Mißverständnis entstehen soll. (Rufe: Ibrith! — Lebhafte Heiterkeit.) Präsident Wolffsohn: .Ich bitte, meine Damen und Herren, Herr Dr. Klausner übersetzt nur das, was Herr Ussischkin Hebräisch gesprochen hat, ins Deutsche, und ich bitte, ihn anzuhören. Del. Dr. Klausner (in der Uebersetzung fortfahrend): Herr Ussischkin beantragt, damit kein Mißverständnis durch unsere Antwort entsteht, die Wahl einer kleinen Kommission von zwei oder drei Personen, die eine Antwort auf dieses Begrüßungsschreiben des Dr. Nordau verfertigen soll.

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