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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 42

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 42 (sequence 49)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476276--3961-3480104
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— 42 — Die Erkenntnis des Wesens zionistischer Propaganda als einer palästinazentrischen, nationalen Erziehungsarbeit läßt unsere Propaganda in allen Ländern zu einer ganz einheitlichen, von lokalen Einflüssen unabhängigen werden. Denn wie die Assimilation überall dem aufmerksamen Beobachter trotz verschiedenster Masken das gleiche Gesicht zeigt, so hat die nationale Erziehungsarbeit überall dieselben Wege zu wandeln, will sie das gleiche Ergebnis zeigen. So ist die Propaganda aus einem Arbeitsgebiet der Landesverbände, ja der einzelnen Gruppen, zu einem Arbeitsgebiet geworden, das zwar allen gleichmäßig zu bearbeiten obliegt, dem aber der Kongreß und das Actions-Comite Richtung und Tendenz zu geben haben. So .erst ist die Propaganda auch theoretisch als ein Arbeitsgebiet der Zentrale erkannt, sind ihre Prinzipien Gegenstand der öffentlichen Diskussion der Gesamtpartei geworden. Geehrter Kongreß! Ich habe diese allgemeinen Gesichtspunkte vorausgeschickt, obwohl ich mir bewußt bin, Ihnen wesentlich Neues nicht geboten zu haben. In der Führung der Propaganda sind wir ja alle Sachverständige. Wer von uns könnte sagen, daß er propagandistisch noch nie tätig gewesen. Es schien mir aber zweckentsprechend, die grundlegenden Gesichtspunkte Ihnen einmal in systematischer Zusammenfassung vorzutragen. Denn gerade unsere Propagandatätigkeit ist vielfach Gegenstand von Angriffen gewesen. Gerade hier ist das Wort von der Geldverschwendung gefallen. Es ist nun an sich schon unbegründet, bereits nach knapp zwei Jahren weitgehende Folgen einer Propaganda sichtbar vor Augen liegend, zu fordern, die sich erst im Laufe dieser Zeit allmählich entwickelt hat, die wir aus Mangel an Kräften und Mitteln auch erst in einem Teil der Diaspora zur Anwendung bringen konnten. Unsere ganze Arbeit leidet darunter, daß wir zu schnell Erfolge erwarten und daher in Gefahr sind, nach Scheinerfolgen zu greifen. Was verhältnismäßig schnell geleistet werden kann, das ist die organisatorische Zusammenfassung der vorhandenen Zionisten, die Gewinnung derjenigen, bei denen es nur noch eines leisen Anstoßes bedarf. Denn hier heißt es nur, die vorhandenen Kräfte auszunutzen, sie zur Aktivität anzustacheln. Wollen wir aber neue Kreise gewinnen und sollen diese Kreise wertvolle Elemente enthalten, die einen hohen Prozentsatz aktiver Arbeiten geben, so gilt es, langsam die Grundlagen zu legen, allmählich die Stimmung, die Gedankenrichtung zu beeinflussen, bis schließlich der nationale Gedanke als der notwendige Schlußstein des Gebäudes sich selbst aufdrängt. So sind die Besten in unserer Mitte Zionisten geworden, und nur so werden wir auch in Zukunft — immer abgesehen von Ausnahmen — die besten Kräfte gewinnen. Sorgen wir nur, daß überall die Arbeit früh einsetzt, in denjenigen Jahren, in denen der Mensch am empfänglichsten für neue Gedanken ist. Bei dieser Sachlage befriedigt es uns doppelt, wenn wir schon jetzt gewisse Erfolge zahlenmäßig vorführen können. Am kräftigsten zeigen sie sich dort, wo es nur galt, die organisatorische Zusammenfassung der Zionisten selbst straffer zu gestalten. Wie Sie wissen, haben in früheren Jahren trotz mehrfacher Beschlüsse des Kongresses und des Großen Actions-Comites eine Reihe von Landes- und Sonderverbänden hohe Prozentsätze des Schekels für sich zurückbehalten. Mit diesem Mißstand ist jetzt fast ganz gebrochen. (Beifall.) Es ist daher die Zahl der in bar an die Zentrale abgelieferten Schekel um 50 % gestiegen. (Lebhafter Beifall.) Nicht ganz so stark, aber doch nicht gering ist die Vermehrung der überhaupt gesammelten Schekel, also die Ausdehnung des Kreises der Schekelzahler. Hier müssen wir zwischen den Kongreßjahren und den kongreßlosen Jahren unterscheiden, da für die letzeren erfahrungs-

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