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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 31

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 31 (sequence 38)
Language
German, English, Hebrew
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— 31 — ganze Arbeit richten soll, er verlangt die Arbeit für das Ziel und will nicht mehr das Ziel für eine Arbeit sein, die nur da zu sein scheint, um die innere Leere des Galuth-Lebens auszufüllen. Das ist die Tendenz, die aus den neuesten Forderungen des Jischub hervorgeht. Der Jischub will nicht mehr ein Objekt für die Institutionen sein, sondern der Zweck und die Ursache der Institutionen, weil sich der Jischub eben bereits als die lebendige Kraftwelle und als das Fundament der nationalen Renaissance fühlt. Freilich stört diese neue Tendenz manche unserer Mitarbeiter, aber es läßt sich nicht leugnen, daß sie natürlich und gesund ist, überall wo eine naturgemäße Entwicklung und ein starker Glaube an die eigene Kraft vorhanden sind. Dennoch scheint mir hierin ein wesentlicher Grund für den Streit der Meinungen innerhalb unserer Organisation zu liegen. Die Entfernung vom Lande unseres Endzieles bringt es selbstverständlich mit sich, daß sehr viele von uns das Wachsen des neuen Jischub nicht beobachten, daß sie die sich leise ins Leben ringende Renaissance nicht mitfühlen können. Infolgedessen sehen sie das Schwergewicht unserer ganzen Arbeit in den von uns geschaffenen Institutionen, und so entsteht die Meinung, daß diese Institutionen die Hauptsache seien, deren Anhängsel in Palästina der neue Jischub bilde. Wir müssen natürlich zu einer ganz anderen Ansicht gelangen, wenn wir uns die Anschauungsweise der Urheber und Schöpfer des jüdischen Jischub in Palästina aneignen. Sicher wissen auch sie, daß unsere Bewegung Form und Ausdruck in ihren Institutionen findet. Aber sie wissen auch, daß unser Ziel eben nicht in unseren Institutionen sich verwirklicht, sondern im Jischub selbst. Man braucht nur zu fragen, wer denn eigentlich wofür geschaffen und bestimmt sei, und die Antwort versteht sich von selbst. Wenn wir diese Anschauung als Grundlage für unsere Arbeiten annehmen, so haben wir darin auch die beste Möglichkeit, zum Frieden in unserer Organisation zu gelangen. Und wir werden diese Ansicht annehmen müssen, denn der neue Jischub zwingt uns dazu. (Lebhafter Beifall.) Es wird aber noch eine weitere Forderung vom neuen Jischub an uns gestellt, ein großes, aber durchaus begründetes Verlangen, das durch die Tatsachen des Lebens gerechtfertigt ist. Natürlich ist es unser Ideal, daß alle Unternehmungen in Palästina, sowohl ökonomischer wie kultureller Art, von der Organisation begründet werden sollen, die auf ihr Banner die Wiedergeburt des jüdischen Volkes geschrieben hat. Wenn es nun bisweilen zulässig sein mag, in wirtschaftlichen Dingen von diesem Ideal abzugehen, obwohl dann gewöhnlich infolge des Fehlens nationaler Bestrebungen die Zweckmäßigkeit des Geschaffenen stark beeinträchtigt wird, so muß dieses Ideal unter allen Umständen und mit aller Energie da vertreten werden, wo es sich um die Erziehung des in Palästina heranwachsenden Geschlechts handelt. Die dürfen wir keinesfalls den anderen Organisationen überlassen, eben weil ihnen jenes Banner fehlt. Das muß auch dann absolut gelten, wenn an der Spitze der anderen Organisationen Männer stehen, die sich mit den Forderungen des neuen Lebens einverstanden

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