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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1914-01-01 · 11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913 · p. Seite 28

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
11 (1914) Wien, 2. bis 9. September 1913
Date
1914-01-01
Page
Seite 28 (sequence 35)
Language
German, English, Hebrew
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- 28 — Momente, die den Boden für unsere Freiheitsbewegung vorbereitet haben, die sich jetzt in unserer zionistischen Organisation ihre Form geschaffen hat, und die alles Gesunde und Lebensfähige in unserem Volke vereinigt. (Lebhafter Beifall.) Es kommt nicht darauf an, ob das Gefühl unser Bewußtsein beeinflußt hat, oder ob unser Bewußtsein das Gefühl hervorgerufen hat, beide zugleich haben vor etwa dreißig Jahren jene erste große Stoßkraft erzeugt und uns neue Bahnen gewiesen. Wenn wir nun auch diese dreißigjährige Periode nur als den Anfang eines großen Werdens betrachten, so glaube ich dennoch, hoher Kongreß, daß wir die Pflicht haben, dem neuen Leben, das im Lande unserer Verheißung sich entwickelt, die genaueste Aufmerksamkeit zu schenken und die Tendenzen ziu untersuchen, von $enen es beherrscht ist, damit wir danach feststellen können, ob die Entwicklung sich in der Richtung unseres Hauptzieles vollzieht, und damit wir auf Grund unserer Erfahrungen das Programm unserer zukünftigen Arbeit festlegen können. Wir müssen wissen, ob im neuen Jischub der gesunde Kern einer nationale Renaissance sich findet, und inwiefern in ihm die Verwirklichung unseres großen Gedankens in kleinem Maßstabe Gestalt und Form annimmt. Dabei wollen wir nur bei zwei Momenten verharren, die aber zur Genüge beweisen werden, daß die Idee unserer nationalen Wiedergeburt nicht umsonst gehegt und gepflegt worden ist. Vor allem muß anerkannt werden, daß unsere ersten Pioniere, die aus eigenem Antrieb, noch bevor die zionistische Organisation von ihrem heroischen Schöpfer gegründet worden war, in unser Land zogen, diese „babylonischen Rückwanderer des 19. Jahrhunderts, die in gefahrvoller Zeit eine mühselige Arbeit und zahllose Leiden aus eigener Initiative auf sich nahmen, daß diese Pioniere uns jetzt nach dreißigjähriger Arbeit den Beweis geliefert haben, daß man in Erez Israel mit unermüdlicher Anstrengung sehr wohl das neue Milieu schaffen kann, das dem Wesen des jüdischen Volkes angepaßt ist. Wenn die Zahl der Arbeiter nicht in dem Maße gewachsen ist, wie wir es erhofft haben, so ist der Grund nicht in den Verhältnissen des neuen Jischub zu suchen, sondern in den schweren Lebensbedingungen des Golus, die unserem Volke die Lust nehmen, ein neues Leben zu beginnen. Platz gibt es in Erez Israel für Unzählige, und unsere Aufgabe ist es, die Trägen und Nichtsahnenden in unserem Volke darüber aufzuklären. Wir haben die Pflicht, unaufhörlich die Kunde zu predigen, daß der Orient zu neuem Leben erwacht ist, und daß, wenn wir uns nicht beeilen, gerade die Pionierarbeit dort zu verrichten, andere kommen und das Land erwecken werden. Uns wird alsdann nur die bittere Reue zurückbleiben' um die Schande unserer Nation. Der künftige Geschichtsschreiber wird von uns sagen, daß wir es nicht verstanden, eine so günstige Zeit für uns auszunützen, um durch die gemeinsame Arbeit unseres Volkes die „Schande von Mizrajim", die Schande der ewigen Knechtschaft, kraftvoll von uns abzuschütteln. Mögen unsere Gegner sagen, was sie wollen, mögen sie kritisieren, Fehler unserer Arbeit suchen und an unseren Leistungen rütteln, so viel sie wollen, der neue

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