Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 336)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 336 — begründe das damit, daß der gegenwärtige Moment ein historischer ist. Wir wollen nicht, daß Sie mit der Hand den Weg zeigen, sondern mit dem Kopf. Denken Sie nach und dann stimmen Sie ab. (Beifall — Unruhe.) Del. Dr. Bentwich (zur Abstimmung): Im Namen der englischen Landsmannschaft beantrage ich Uebergang zur Tagesordnung. (Unruhe.) Vizepräsident Dr. Marmorek Ich bitte um Ruhe. (Zwischenruf eines englischen Delegierten.) Herr B entwich hat nicht im Namen aller Delegierten die Erklärung abgegeben, sagen Sie? (Ja!) Gut! Wir kommen nun zum Antrage Abrahamsohn. Der Kongreß muß sich jedoch zuerst prinzipiell entscheiden, ob er eine namentliche Abstimmung will. Obzwar die Geschäftsordnung eine namentliche Abstimmung nicht kennt, werde ich darüber abstimmen lassen, ob Sie wollen, daß eine namentliche Abstimmung stattfindet. Ich will nicht, daß die Freunde des Herrn Abrahamsohn sagen, wir haben über ihren Antrag nicht einmal abgestimmt, ob wir eine namentliche Abstimmung wollen. Diejenigen Delegierten, welche wünschen, daß über die Resolutionen der Kulturkommission namentlich abgestimmt werde, mögen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. Somit kommen wir zum Antrage B e n t w i c h auf Uebergang zur Tagesordnung. Das ist der weitestgehende Antrag. (Zwischenruf.) Sie haben nicht das Recht, zu reden, weil wir mitten in der Abstimmung sind. Diejenigen Delegierten, welche dafür sind, daß überhaupt über die ganze Debatte zur Tagesordnung übergegangen werde, ohne Abstimmung über die Resolutionen, mögen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag B e n t w i c h ist abgelehnt. (Beifall.) Der nächste Antrag (Antrag Friedemann) geht dahin, daß wir die ganzen Resolutionen der Kommission dem A. C. zur Prüfung überlassen. Wer für diesen Antrag ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist ebenfalls abgelehnt. Jetzt kommen wir zum Antrage Simon, daß bezüglich der Resolutionen der Kulturkommission einzeln über jeden Absatz ohne Debatte abgestimmt werde. Del. Kaplansky: Wenn ein Antrag auf getrennte Abstimmung vorliegt, muß ihm ohne Abstimmung Folge geleistet werden. Präsident Wolffsohn: Ich wollte auch das sagen, was Herr Kaplansky gesagt hat. Vizepräsident Dr. Marmorek: Die Sache ist klar. Wir werden über die einzelnen Resolutionen abstimmen. Die Anträge der Kulturkommission lauten (liest): „Die vom Kongresse eingesetzte, aus Vertretern aller Gruppen und Föderationen bestehende Kommission stellt fest: Die verschiedenen Strömungen und Fraktionen des Kongresses stimmen in der Ueberzeugung überein, daß unsere Kultur- und Erziehungsarbeit aufs innigste zusammenhängt mit der hebräischen Sprache und mit all den Kulturschätzen, die unser Volk seit Jahrtausenden aufgehäuft hat. Von dieser Ueberzeugung ausgehend, beehrt sich die Kommission, dem Kongresse nachstehende Anträge zur Beschlußfassung zu unterbreiten: