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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 334

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 334 (sequence 334)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476274--3879-3480021
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— 334 — Der Kongreß beschließt, der Kulturarbeit in Palästina, speziell der Errichtung und Erweiterung der Schulen, seine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden." Das sind die Beschlüsse, geehrter Kongreß, die der zweite Kongreß gefaßt hat. Ich denke, Sie werden dabei viel Aehnliches mit dem finden, wenn nicht ganz dasselbe, was Ihnen jetzt vorgeschlagen worden ist. Seither ist unsere Partei, unsere Organisation nicht schwächer, sondern stärker geworden. Ich bin überzeugt, daß die Misrachisten, die erst nach diesen Beschlüssen sich uns angegliedert haben, auch jetzt unserer Bewegung so sehr ergeben sind, daß diese Beschlüsse1, wenn wir sie jetzt noch einmal annehmen, nicht dazu führen werden, daß sie sich losreißen. Sie werden treu zum Zionismus halten. Sie werden an dem Werke, das sie mit uns zusammen geschaffen haben, weiter mitarbeiten. (Lebhafter, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Ich glaube darum, diese Beschlüsse düorfen niemanden abschrecken, denn sie bestätigen nur das, was wir schon längst auf dem Kongresse angenommen haben. (Erneuter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Das Wort hat Herr Rabbiner Rabin o w i t s c h. Del. Rabinowitsch (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt — spricht im Jargon): Geehrter Kongreß! Ich will hier nur eine kurze Erklärung bezüglich dessen abgeben, was heute in der Kulturkommission verhandelt worden ist. Einer von den Misrachisten hat sich dahin ausgesprochen, daß, wenn die Kulturresolutionen auf dem Kongresse angenommen werden sollten, die Misrachim aus der Organisation austreten werden. Das ist mir sehr zu Herzen gegangen und hat mich sehr aufgeregt, und ich erkläre Ihnen, meine Herren: Wenn alle Misrachim herausgehen, ich bleibe als der letzte und einzige unter Ihnen! (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Beifall und Händeklatschen, sowie Tücher schwenken im Saale und auf den Galerien — große Bewegung.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ruhe! Ruhe! Ich bitte doch um Ruhe! Herr Littmann Rosenthal, ich bitte doch um Ruhe! Herr Rabbiner, ich bitte fortzusetzen. Del. Rabinowitsch: Ich bitte den geehrten Kongreß, eine kleine Erklärung noch entgegenzunehmen. Warum habe ich mich mit solchem Mute ausgesprochen? Weil es meine feste Ueberzeugung ist: Wenn wir aus dem Zionismus austreten wollten, wohin sollten wir gehen? Etwa in das Lager der Antizionisten? (Lebhafter Beifall.) Würden wir dort vielleicht bessere Juden finden? (Stürmischer Beifall und Händeklatschen — lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ruhe! Ruhe! Del. Rabinowitsch: Ich glaube, daß im Zionismus das ganze Volk Platz hat. Ich möchte das mit einem Getreidesacke vergleichen. Wenn einer die Hände in einen Sack Getreide steckt, wird er verschiedene Sorten herausgreifen können. Ich glaube, auch im Zionismus können die verschiedensten Anschauungen, die verschiedensten Klassen, die verschiedensten Richtungen beisammen sein. Was die Kulturfrage anbelangt, so haben sowohl ich, wie Rabbiner Reines in der Kommission der Meinung dadurch Ausdruck gegeben, daß diese Frage am besten auf dem Kongresse gar nicht verhandelt werden soll, weil diese ganze Sache beim Volke nur zu Mißverständnissen Anlaß geben kann. Ich habe aber hinzugefügt, daß, wenn die Kulturfrage dennoch debattiert werden sollte, wir keinesfalls gegen diese Resolutionen sein können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich habe nur ein paar Bedingungen daran geknüpft, die ich für nötig halte. Ich wirke innerhalb einer orthodoxen Bevölkerung, die die Vorschriften des Sabbath hält, welche eines unserer größten und wichtigsten Gesetze

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