Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 328)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 328 — Wir gehen zum zweiten Antrage über, d. i. der Antrag H e y m a n n , Ussischkin, Schein, Fischer, Katzen elsohn usw. Wer für diesen Antrag ist, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. Das Budget ist erledigt. Wir kommen jetzt zur Kulturdebatte. (Rufe: Pause machen!) Präsident Wolffsohn (zur Geschäftsordnung): Geehrter Kongreß! Ich bitte, alle Arbeiten zu erledigen und nur für die Wahlen meinetwegen eine Extrasitzung anzusetzen. Wenn wir aber jetzt eine Pause machen und dann eine Kulturdebatte eröffnen, werden wir unmöglich heute fertig. Die Kulturdebatte steht übrigens gar nicht auf der Tagesordnung, und ich weiß nicht, wie wir zu der Sache überhaupt kommen. Es handelt sich nur um die Vorlage von Resolutionen. Ich stelle also den Antrag, weiter zu tagen und bitte den Kongreß, meinen Antrag anzunehmen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Sam. Daiches: Ich beantrage, die Kulturdebatte auf den nächsten Kongreß zu verschieben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Unruhe. — Zwischenrufe des Dr. Thon.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Thon, Ich werde Sie zur Ordnung rufen, wenn Sie weiter fortfahren. Del. Syrkin (zur Geschäftsordnung): Ich erhebe Widerspruch gegen die Bemerkung des Herrn Dr. Daiches und glaube, da wir die Absicht haben, die von der vom Kongreß eingesetzten Kommission angenommenen Resolutionen vorzulesen, daß es nicht angeht, eine solche Resolution1 Daiches zur Abstimmung zu stellen. Es würde dies angesichts einer so wichtigen Frage nicht der Würde des Kongresses entsprechen. Del. Dr. Halpern: Zur Aufklärung will ich bemerken, daß der Antrag Daiches nur so zu verstehen ist, daß wir über diel Resolutionen nicht abstimmen werden. Das ist doch ein Unterschied. Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Daiches, Sie verlangen überhaupt, daß die ganze Angelegenheit auf den nächsten Kongreß vertagt wird? Del. Dr. Daiches: Ja! (Unruhe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe. Diejenigen, die dafür sind, daß der Antrag Daiches angenommen werde, d. h. daß die ganzen Resolutionen der Kulturkommission auf den nächsten Kongreß vertagt werden, mögen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag Daiches ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir schreiten jetzt zur Abstimmung über den Antrag Wolffsohn. Diejenigen Delegierten, die dafür sind, daß der Antrag Wolffsohn angenommen werde, daß wir uns jetzt nicht auf heute nacht vertagen,*, sondern weitersitzen, mögen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. (Unruhe.) Ich bitte um Ruhe. Herr Syrkin hat das Wort als Berichterstatter der Kulturkommission. Berichterstatter Sjrrkin (spricht hebräisch). Dr. Osias Thon (übersetzend): Geehrter Kongreß! Ich habe von der Kulturkommission den Auftrag erhalten, Ihnen über ihre Beschlüsse zu referieren, in einer Sprache, die alle verstehen. Wir hoffen, daß für den nächsten Kongreß eine deutsche Uebertragung nicht mehr nötig sein werde. Die Kommission hat durch zwei Tage gearbeitet. Wir haben uns alle Mühe gegeben, von allen Seiten, bis auf eine, einander eiritgegenzu-