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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 329

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 329 (sequence 329)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 329 — kommen, einander die Standpunkte anzunähern. Der Erfolg aller dieser Bemühungen sind die Resolutionen, die wir Ihnen unterbreiten (liest): „Die vom Kongresse eingesetzte, aus Vertretern aller Gruppen und Föderationen bestehende Kommission stellt fest: Die verschiedenen Strömungen und Fraktionen des Kongresses stimmen in der Ueberzeugung überein, daß unsere Kultur- und Erziehungsarbeit aufs innigste zusammenhängt mit der hebräischen Sprache und mit all den Kulturschätzen, die unser Volk seit Jahrtausenden aufgehäuft hat. Von dieser Ueberzeugung ausgehend, beehrt sich die Kommission, dem Kongresse nachstehende Anträge zur Beschlußfassung zu unterbreiten: I. Der X. Zionistenkongreß fordert das E. A. C. auf, die Kulturarbeit in Palästina und im Orient zu organisieren und zu zentralisieren. II. Der X. Zionistenkongreß gibt seinen Willen kund, daß in keiner der von der zionistischen Organisation geschaffenen Institutionen für Kulturarbeit irgendetwas unternommen werden darf, was der jüdischen Religion zuwiderläuft. III. Der Kongreß erklärt die Kulturarbeit in den Ländern der Diaspora für eine autonome Angelegenheit der einzelnen Landesorganisationen und Föderationen; er legt jedoch jedem Zionisten und allen Landesorganisationen und Föderationen die Pflicht auf, für die Förderung und Verbreitung jüdisch-nationaler Kultur auf allen Gebieten jüdischen Schaffens und Volkslebens zu wirken." \ Vizepräsident Dr. Marmorek: Es liegt mir ein Antrag vor von Herrn Lichtheim, Dr. Friedemann und Herrn Struck — Herr Struck im Namen des Misrachi — welcher lautet (liest): „Wir beantragen, die Resolutionen der Kulturkommission ohne Debatte dem A. C. zur Prüfung zu überweisen." Herr Simon hat sich zur Geschäftsordnung zum Worte gemeldet: Del. Julius Simon: Ich beantrage gegen den eben verlesenen Antrag die Abstimmung über die eben verlesenen Resolutionen, ohne Trennung, im ganzen, ohne jede Debatte. (Lebhafter Beifall.) Del. Syrkin: Die Kommission unterstützt diesen Antrag des Herrn Simo n. Vizepräsident Dr. Marmorek: Zur Geschäftsordnung hat Herr Lichtheim das Wort. Del. Lichtheim: Meine Damen und Herren! Ich hätte nichts dagegen, wenn sofort ohne Debatte abgestimmt würde, wenn das möglich wäre, und ich bitte den Herrn Präsidenten, zunächst über den Antrag Simon abstimmen zu lassen. Ich bin ganz damit einverstanden. Aber da wir in einer zu vorgerückten Stunde uns befinden, um jetzt noch eine wirkliche Kulturdebatte entfesseln zu können, bitte ich, falls die Absicht besteht, über das Materielle selbst noch ausführlich zu debattieren, in diesem Falle die Angelegenheit lieber dem A. C. zur Prüfung zu überweisen. Vizepräsident Dr. Marmorek: Zu einer Erklärung hat Herr Struck das Wort. Del. Struck: Liebe Gesinnungsgenossen! Ich bitte um die Erlaubnis, zu dieser Sache einige Worte sprechen zu dürfen. Die Anhänger des Misrachi haben sich jederzeit bereit gefunden, auf politischem Gebiete mit Zionisten aller Richtungen gemeinsam zu arbeiten. Auf dem Gebiete der Kultur aber, welche innerhalb des Judentums aufs engste mit der 'Religion verknüpft ist, und wo sich Weltanschauungen gegenüberstehen, ist aus Gründen des Gewissens eine gemeinsame Arbeit mit andersgesinnten Freunden aussichtslos. Aus diesem Grunde fordert der Misrachi im Namen der Einheit und Einigkeit unserer Organisation, um eine gedeihliche und friedliche Zu-

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