Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 326)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 326 — Del. Wiener: Nein, er bleibt aufrecht! (Zwischenrufe.) Vizepräsident Dt. Marinorek: Ruhe! Ruhe! Wir können sonst nicht abstimmen. Ich kann nicht ununterbrochen Ihre Stimme übertönen. Del. Syrkin (übersetzt den Antrag ins Hebräische). Vizepräsident Dr. Marmorek: Diejenigen, welche für den Antrag des Herrn Wiener sind, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach einer Pause): Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen — große Unruhe.) Ruhe! Ruhe! Werden Sie ruhig sein? Es kommt zur Abstimmung über den Antrag Tropp. Ich glaube aber, Herr Tropp, daß Ihr Antrag wegfällt, weil der Antrag Becker abgelehnt worden ist. (Widerspruch.) Der Antrag Tropp lautet: „Es ist erst dann die Subvention des J. N.-F. in der Höhe von 28 000 M. für die Deckung der Auslagen des neuen E. A. C. für die Jahre 1911—1912 in Anspruch zu nehmen, wenn die Einnahmen des Schekels und der Jahresbeiträge zur Deckung des Budgets nicht hinreichen und auch diese Summe von 28 000 Mark decken würden. Sollte der Betrag im Kreditwege inzwischen vom Nationalfonds erhoben werden, so muß er in diesem Falle zurückgezahlt werden." Ist der Antrag verstanden worden? (Rufe: Nein!) Ich verstehe ihn nämlich auch nicht. (Schallende Heiterkeit.) Herr P i n k u s hat das Wort. (Unruhe.) Herr Ussischkin, Ruhe! Del. Dr. Pinkus: Geehrter Kongreß! Nachdem wir eben vorhin die En-bloc-Annahme des Budgets beschlossen haben, ist dieser Antrag meiner Ansicht nach geschäftsordnungswidrig, denn wir würden damit eine Post des bereits beschlossenen Budgets streichen. (Lebhafte Zu- Stimmung.) Vizepräsident Dr. Marrnorek: Herr Tropp hat das Wort. Del. Tropp: Wir werden sofort darüber klar werden. Geehrter Kongreß! Hier handelt es sich darum, daß für das neue Budget 28 000 M. vom N.-F. entnommen werden. Es wird allerdings ein großer Teil, nicht das Ganze, für das Palästina-Amt verwendet. (Ruf: Das ist auch nicht richtig!) Wir haben das Budget bewilligt. Nun bin ich soviel Optimist, daß ich hoffe, daß die neue Leitung vollkommen genügende Mittel haben wird, die sie beansprucht, ja hoffentlich sogar mehr. Ich will nun nicht, daß diese 28 000 M.} falls die Eingänge so groß sein werden, in der Kasse des E. A. C. verbleiben sollen, sondern nur bedingter Weise, d. h. wenn das E. A. C. genügende Mittel hat, gibt es diesen Betrag zurück, andernfalls wird ihn der N.-F. tragen. Darum handelt es sich. (Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe! Die Sache ist jetzt ziemlich aufgeklärt. Ich werde, da Herr Dr. Pinkus erklärt hat, daß der Antrag des Herrn Tropp nicht geschäftsordnungsmäßig ist, zunächst die Vorfrage an den Kongreß richten, ob er überhaupt über den Antrag abstimmen will. Diejenigen, welche dafür sind, daß über den Antrag des Herrn Tropp abgestimmt werde, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Der Kongreß lehnt es ab, über diesen Antrag abzustimmen. Herr Barth, Sie haben einen Antrag eingebracht; ich habe ihn aber nicht hier. Haben Sie ihn zurückgezogen? Del. Barth: Nein! Vizepräsident Dr. Marrnorek: Dann liegen noch die Anträge der Herren Dr. Hey mann und Simon vor. Werden diese Anträge zurückgezogen? (Rufe: Nein!)) Sie sind ja erledigt durch die Annahme des ersten Antrages Becker. (Rufe: Nein!) Ruhe! Ruhe! Herr Simon, haben Sie den Antrag zurückgezogen? Del. Simon: Ja!