Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 325)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 325 — Präsident Wolffsohn (zu einer Erklärung): Geehrter Kongreß! Nach den letzten Ausführungen des Herrn Dr. H e y m a n n muß ich nochmals das Wort nehmen. Herr Dr. Hey mann sagt, die Mittel, die früher der Bewegung zur Verfügung gestanden sind durch den Trust, sind jetzt abgeschnitten. Genau das Gegenteil von dem ist der Fall. Wir haben heute dafür gesorgt — ich wiederhole es nochmals —, daß die Leitung die Mittel besitzt, um arbeiten zu können. Die Herren, die nicht unterrichtet sind, kommen her, stellen Anträge und wissen von der ganzen Sache nichts. Sie mögen sich zuerst bei den Behörden erkundigen und den Kongreß nicht mit derartigen Anträgen behelligen. Del. Julius' Simon (zu einer tatsächlichen Berichtigung): Geehrter Kongreß! Nur damit kein Irrtum hier im Saale entsteht, möchte ich erklären, daß ich in voller Kenntnis der Beschlüsse, von denen Herr Wolffsohn spricht, diesen Antrag gestellt habe und diesen Antrag daher aufrecht erhalte. (Beifall.) Del. Dr. Heymann: Ich erkläre das gleiche, wie Herr S i m o n. Vizepräsident Dr. Marmorek: Die Debatte ist geschlossen. Wir schreiten zur Abstimmung zunächst über das Budget, das Ihnen vorliegt. Ich schlage zunächst die En-bloc-Annahme vor. Ist ein Widerspruch? (Nein!) Diejenigen, die für die En-bloc-Annahme des Budgets sind, bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Das Budget für die neue Leitung ist angenommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Jetzt schreiten wir zur Abstimmung über die einzelnen Anträge; zunächst über den Antrag Dr. Becker. (Unruhe.) Ich werde Ihnen den Antrag vorlesen. Ich bitte um Ruhe. Wir sind bald fertig. Der Antrag Dr. Becker lautet (liest) : „Zur Bestreitung des Budgets des A. C. ist außer der Erhebung des Schekels eine Besteuerung der Einkünfte des N.-F., des J. C. T. und aller anderen vom Zionistenkongreß noch zu schaffenden Institute vom Kongreß für die Periode bis zum nächsten Kongreß festzustellen und eine prozentuelle Abgabe zu erheben, welche nie weniger als 1% und nie mehr als 10o/o betragen soll." Wir werden zuerst über die prinzipielle Frage abstimmen und dann, wenn es notwendig ist, über die Ziffer. Del. Gottheil (übersetzt die Ausführungen des Vorsitzenden ins Englische.) Del. Syrkin (übersetzt hebräisch — laute Zwischenrufe). Vizepräsident Dr. Marmorek: Ruhel Ruhe! Die Sache wird sich gleich aufklären. Sie müssen sich auskennen, wenn Sie übersetzen. Del. Syrkin (spricht hebräisch weiter). Vizepräsident Dt. Marmorek: Nun ist die Sache geklärt. Diejenigen Delegierten, welche für die Annahme des Antrages Dr. Becker bezüglich der Besteuerung der bestehenden und künftigen Institute sind (Delegierter Dr. Becker: „künftigen" streiche ich!), bitte ich, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause): Der Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Somit entfällt der zweite Teil, in dem es sich um die Ziffern handelt. Im Antrage Wiener handelt es sich darum, daß der Zionisten- Kongreß beschließe, daß wir unsere N.-F.-Marke zur Deckung des Defizits der neuen Leitung benützen. Del. Dr. Gottheil (englisch — Zwischenrufe). Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Wiener, Sie ziehen den Antrag zurück?