Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 324)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 324 — daß man den N.-F. besteuern soll. Dann wird einer kommen mit dem Antrag, daß man die Bank besteuern soll. Entweder Sie machen ganze Arbeit oder Sie lassen alle diese Anträge fallen. (Zustimmung — Widerspruch.) Im übrigen ist das Budget von der neuen Leitung vorgeschlagen. Wir haben für die neue Leitung vorgesorgt, damit sie die nötigen Mittel hat. Es ist gesorgt dafür, daß sie gut arbeiten kann, jedenfalls ist für sie besser gesorgt, wie für die frühere. (Beifall.) Del. Dr. Heymann: Herr Wolff söhn hat uns aufgefordert, ganze Arbeit zu machen. Ich fordere Sie auf, das zu tun. Ich beantrage daher, zur Deckung eines eventuellen Defizites des Budgets eine Besteuerung sowohl der Reineinnahme des J. C. T., wie des N.-F. in der Höhe bis 10 o/0. Ich habe hier das neue Budget vor mir liegen. Als Revisor der Bewegung seit vier Jahren kenne ich mich in diesen Sachen einigermaßen aus. Die Ausgaben werden vielleicht nicht höher sein, als hier steht; aber ich kann die positive Erklärung abgeben, daß die Einnahmen die vorausgesehene Höhe aus diesen Quellen nicht erreichen werden, d. h. die Einnahmen der neuen Berliner Leitung werden ungenügend sein. Das bisherige System des Zusammenkratzens des Geldes aus allen denkbaren Ecken und Wmkeln wird fortdauern, und die neue Leitung wird das nicht erreichen können, was wir hoffen. Präsident Wolff söhn: Woher wissen Sie das, Herr Dr. Heymann? Ich habe erklärt, daß dafür gesorgt ist, und Sie sprechen davon, daß nicht gesorgt ist. Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte, Herr Wolff söhn, den Redner nicht zu unterbrechen. Del. Dr. Heymann (fortfahrend): Ich kenne die Mittel, aus denen vorgesorgt worden ist; denn ich habe mich an dieser Maßregel selbst beteiligt. Meiner Ansicht nach ist nicht dafür vorgesorgt. Ich bitte Sie> meinen Antrag anzunehmen. Wir kommen sonst nicht weiter. Ein großer Teil derjenigen Wege, welche von der früheren Leitung begangen worden sind, ist der neuen Leitung abgeschnitten, wie Sie wissen. Also bitte, machen Sie auf dem Kongreß, wo Sie es können, ganze Arbeit und nehmen Sie die Besteuerung an. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Boden heimer hat als Präsident des N.-F. zu einer Erklärung" das Wort. (Beifall.) Dr. Bodenheimer: Ich glaube, es nicht nötig zu haben, die Gründe zu wiederholen, mit denen ich in meinem Referate die Besteuerung des N.-F. bekämpft habe. Ich halte die Besteuerung des N.-F. für ein Unglück für den Nationalfonds und für die Bewegung. (Sehr richtig!) Aber ich halte mich verpflichtet, nachdem jetzt neuerdings der Antrag der Besteuerung auftaucht, obwohl uns von autoritativer Seite erklärt wird, daß eine Einigung darüber stattgefunden hat, wie das Budget für die nächsten zwei Jahre gedeckt werden soll — ich halte mich verpflichtet, hier zu erklären, damit gar kein Mißverständnis besteht, daß ich als Präsident des N.-F. eine Verantwortung für die Einführung der Besteuerung des N.-F. nicht übernehmen könnte. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich halte mich verpflichtet, dies mitzuteilen, damit Sie wissen, zu welchen Konsequenzen dieser Beschluß führt. Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Katzenelsohn als Präsident des J. C. T. hat zu einer Erklärung das Wort. (Beifall.) Direktor Katzenelsohn: Im Namen des Direktoriums sage ich nur zwei Worte: Lehnen Sie diesen Antrag ebenso ab, wie vor zwei Jahren. Das ist kein Antrag von Dr. H e y mann, sondern es ist ein Unglück. Ich will kein Wort darüber verlieren. (Beifall.)