Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 323 (sequence 323)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 323 — wir sollen diese wichtige Frage offen, klar, aber nicht auf indirektem, maskiertem Wege -entscheiden. Die Besteuerung des Nationalfonds hätte nur dann Platzfzu greifen, wenn wir beschließen: Wir besteuern unsere Institute, also auch den Nationalfonds; aber nicht indirekt den N. F. allein besteuern. Ich bin aber auch aus praktischen Gründen dagegen. Wenn unsere Leute sehen werden, daß der Nationalfonds aus dieser Marke keine einnahmen erhält, habe ich die Besorgnis, es könnte ihr Eifer erlahmen. Es wird auf diese Weise der Nationalfonds viel verlieren und die Organisation dabei wenig gewinnen. Darum schlage ich vor, diesen Antrag abzulehnen. Vizepräsident Dr. Marmorek: Die englischen Delegierten, bestehend aus den Vertretern des Order of Ancient Maccabaeans und dem Order Knights ot Zion haben gemeinsam Herrn Wolf f söhn in das Goldene Buch eingetragen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Herr Julius Simon hat das Wort zur Stellung eines Antrages. Del. Julius Simon: Meine Damen und Herren! Wir sind der Meinung, daß Sie der neuen Leitung, die Sie wählen, die Möglichkeit des unbeschränkten Arbeitens unter Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse geben müssen. Sie wissen, daß wir gegenwärtig in einer schlechten finanziellen Situation stehen. Dieser Situation müssen Sie Rechnung tragen, wenn Sie überhaupt wollen, daß der Zionismus in den nächsten Jahren etwas vorwärts kommt oder wenigstens, daß die Leitung versuchen kann, ihre Kräfte anzuspannen, um die Bewegung vorwärts zu bringen. Ich glaube daher, daß es notwendig ist, daß dieser Kongreß für eventuelle Defizite Vorsorge trifft. Ich glaube, daß eine Besteuerung der Bank mit Rücksicht auf den geschäftlichen Charakter dieses Institutes nicht erfolgen darf. Ich glaube aber, daß es im Interesse der Bewegung ist, wenn eine Besteuerung des N.-F. erfolgt für den Fall, daß die Mittel der Bewegung und die freiwilligen Steuern hierbei nicht ausreichen. Herr Dr. Becker hat bereits einen Antrag nach dieser Richtung gestellt; aber ich möchte ihn etwas modifiziert aufnehmen. Herr Dr. Becker wünschte, daß die Besteuerung des N. - F. in der Höhe von 1 o/o bis zum Maximum von 10 % erfolge, je nach dem Bedürfnis. Ich bin prinzipiell gegen eine Besteuerung des N. - F. und bin deshalb prinzipiell dagegen, daß man ausspricht, daß in jedem Falle der N.-F. besteuert wird. Dagegen meine ich, daß zum mindesten für diese schwere Periode des Arbeitens, die vor uns liegt, der N.-F. herangezogen werden sollte bis zum Maximum von 10 o/o für eventuelle Defizite. Ich stelle daher den Antrag, daß der Kongreß beschließe, daß zur Deckung allfallsiger Defizite im Budget der Organisation bis zum nächsten Kongreß der N.-F. bis höchstens zu 10 % seiner Bruttoeinnahmen besteuert werde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Wolffsohn hat zu diesem Antrage das Wort. Präsident Wolffsohn: Ich möchte auch eine Frage beantworten, um nicht zweimal zu sprechen. Herr M e 1 a m e d fragte mich, warum ich jetzt gegen die Besteuerung bin. Wenn ich richtig verstanden habe, sagten Sie, Herr Dr. H a n t k e hat gesagt, daß er dagegen ist. (Del. Melamed: Der Aufsichtsrat!) Der Aufsichtsrat hat mit der Besteuerung der Institutionen sich nicht zu befassen. Er kann daher nicht dagegen sein. Ich kann nur wiederholen, was ich bei der Eröffnung gesagt habe: Ich kann nur sagen, daß die bisherige Leitung der Ansicht war, daß wir die Institutionen besteuern müssen, damit wir eine Grundlage haben. Der Hamburger Kongreß hat es abgelehnt. Nun kommt der Antrag Simon. 21*