Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 322)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 322 — kleiner Teil, ungefähr 1000 M., für Propaganda in französischer Sprache benützt werde. Herr Low hat das Wort. Del. Friedrich Low: Es tut mir leid, über ein Budget sprechen zu müssen .... (Unruhe.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe! Del. Friedrich Low: Ich kann auch schreien. (Heiterkeit.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich glaube, es wird nichts nützen, wenn die Delegierten nicht ruhig sind. Del. Friedrich Low: Es tut mir leid, sage ich, über ein Budget sprechen zu müssen, das von der Finanzkommission so dürftig unterstützt worden ist. Eines fällt mir dabei besonders auf. Wir haben hier eine Post, die eine Rückvergütung des Nationalfonds beinhaltet. Ich selbst bin der Ansicht, daß der Nationalfonds die Pflicht hat, der Organisation jene Kosten rückzuvergüten, welche die einzelnen Nationalfonds-Kommissiare auf sich genommen haben und die einzelnen Vereine auf sich nehmen. Was mich aber wundert, ist, daß wir diesbezüglich von der Leitung des Nationaltonds selbst vollkommen im Unklaren gelassen worden sind, wie sie sich eventuell zu dieser Post stellen wird, was für uns von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Ich frage deshalb den Leiter des Nationalfonds an, wie er sich zu dieser Post des Budgets stellt, und wie sich die Generalversammlung des Nationalfonds zu dieser Post wahrscheinlich stellen wird. Für uns, die wir überzeugt sind, daß der Nationalfonds unbedingt verpflichtet ist, jenen Teil, den die Organisation ihm in dreifacher Weise durch ihre Agitation zuwendet, wenigstens in einfachem Maße zurückzuerstatten, für uns ist es von Wichtigkeit, zu wissen, wie sich der National-, fonds hierzu stellt. Was die Besteuerung der Bank anlangt, bin ich überzeugt, daß von einer Besteuerung der Dividende absolut keine Rede sein kann, wohl aber kann der Kongreß — und ich glaube, das ist etwas, was selbstverständlich wäre — den Wunsch aussprechen, daß eine Bank, die von Zionisten gegründet wurde, dasselbe tut, was alle anderen Banken und in noch höherem Maße die Sparkassen in Oesterreich, die städtische sowohl als auch die Landessparkassen in Oesterreich tun: Für nationale und humanitäre Zwecke Subventionen herzugeben. Das ist etwas, was keiner Bank schaden kann. Ich bitte also den Herrn Vorsitzenden des Nationalfonds, meine Antrage, die jedermann interessiert, zu beantworten. Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Tschlenow hat das Wort und wird gleichzeitig als Mitglied des Direktoriums des Nationalfonds, da der Vorsitzende augenblicklich nicht anwesend ist, die Frage des Herrn Low beantworten. Del. Dr. Tschlenow: Auf die Anfrage, die eben gestellt worden ist, kann ich folgendes mitteilen. Es ist nichts neues, daß der Nationalfonds zur Vergütung der Ausgaben für das Palästinaamt in Palästina beiträgt. Nur hat er früher bloß 60 o/0 der gesamten Summe beigesteuert, während er jetzt die ganze Summe auf sich genommen hat. Dies ist im Einverständnisse mit dem Direktorium hier im Budget aufgestellt worden. Damit ist die Frage, glaube ich, vollständig geklärt. Ich benütze diese Gelegenheit, um auch den Standpunkt des Direktoriums in bezug auf die Frage der Nationalfondsmarke darzulegen. Was die Frage der Nationalfondsmarke betrifft, daß man nämlich diese zur Verfügung der Leitung, des E. A. C, stellen soll, so sind wir aus folgenden Gründen dagegen. Schon gegenüber dem Antrage Wiener habe ich bemerkt, daß dies eine lOprozentige Besteuerung des Nationalfonds bedeutet. Ich denke,