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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 313

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 313 (sequence 313)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 313 — Fragen gehen uns als Juden, aber nicht als Zionisten an. Lehnen Sie die Anträge ab und zersplittern Sie nicht unsere Kräfte. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Unruhe.) Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Es liegt hier offenbar eine Verwechselung vor. Herr Dr. Daiches hat gewiß nur von dem Emigrationsamte der Zerstreuung gehört, das streng genommen, nicht auf unseren Kongreß gehört. Dagegen das zionistische Emigrationsamt gehört durchaus hierher. Daher beantrage ich so ziemlich in Uebereinstimmung mit Herrn Daiches, wenn ich ihn richtig verstanden habe, daß über das Emigrationsamt der Zerstreuung hier nicht gesprochen werde, dagegen bitte ich, meinen Antrag, der sich streng auf das zionistische Emigrationswesen, auf Palästina und den Orient bezieht, anzunehmen. (Del. M o t z - k 1 n meldet sich zum Worte.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte, Herr Motzkin, sich möglichst kurz zu fassen, damit der Kongreß bald fertig wird. Del. Motzkin: Sie haben schon die Ueberzeugung gewonnen, daß ich immer kurz bin, und ich werde Sie nicht lange beschäftigen. Meine Damen und Herren! Es sind eigentlich schon Beschlüsse gefaßt worden. Ich wundere mich, daß Herr Dr. Daiches gerade jetzt in diesem Augenblicke dagegen auftritt. Gestern sind bereits Beschlüsse gefaßt worden, die in diesem Sinne unsere Arbeit bestimmen wollen. Diese Beschlüsse sind etwas spezialisierter als jene und unterscheiden sich nur dadurch, daß wir wesentliche Ergänzungen zu jenen haben wollen. Es ist sehr richtig, zu sagen, wir überlassen sämtliche Arbeiten außerhalb der engzionistischen allen anderen Juden. Nur geht es im ganzen Leben nicht, und wir Zionisten beteiligen uns immer auf Schritt und Tritt, ohne daß unsere Arbeit als zionistische überhaupt konstatiert wird. Zweitens kann es sehr häufig vorkommen, daß wir als Zionisten die Notwendigkeit einsehen, dort einzugreifen, wo unseren nationalen Tendenzen zuwider gehandelt wird. Wir können daher, nach meiner Ueberzeugung, nicht darauf verzichten. Es heißt ja nicht, daß wir die Arbeit in die Hand nehmen sollen, wir sollen uns nur in gewisser Beziehung dazu stellen, daß, wenn etwas allgemein Jüdisches gemacht wird, falls ein Emigrationskongreß zustande kommt, wir auch dabei sind und darauf solche Tendenzen zurückweisen, die zur Entnationalisierung führen sollen. Ich kann daher gar nicht begreifen, wie wir eine ablehnende Haltung gegenüber solchen Vorschlägen haben können. Was Herr Trietsch hier angeführt hat, ist rein persönlicher Natur, und ich gehe darauf nicht ein. Ich könnte nur darauf konstatieren, daß wir dabei absolut nicht übereilt gehandelt, sondern Satz für Satz immer angenommen haben, und ich war der festen Ueberzeugung, daß Herr Trietsch auch dafür ist. Nachdem nun die Möglichkeit vorhanden ist, daß der Moment eintritt, da Sie gefragt werden, wie Sie sich dazu stellen, sollen Sie auf diese Möglichkeit die Antwort erteilen; damit binden Sie sich nicht und wollen nur bei der allgemeinen Gesamtorganisierung auch Ihr Wort ergreifen. Ich sehe nicht ein, warum Sie eine solche Gelegenheit, die auch uns vielleicht neue Kräfte zuführen kann, nicht benützen sollen. Das ist aber nur möglich, wenn man sich aktiv daran beteiligt. Daher fordere ich Sie auf, unseren ganzen Antrag anzunehmen. Ich sage nicht, daß wir uns in einen Gegensatz zu dem Antrage Trietsch stellen; der Antrag Trietsch ist ein Sonderantrag. Wir als Kommission stellen nur diese Anträge, und ich bitte Sie, diese Anträge, die nach meiner Ueberzeugung im Sinne der allermeisten Zionisten sind und die von Ihnen bei richtiger Ueberlegung wohl nicht nur als allgemein jüdische, sondern als rein zionistische verstanden werden, anzunehmen. (Beifall.)

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