Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 306 (sequence 306)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476274--3851-3479993
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 306 — Del. Dr. Becker: Ich ziehe diesen Ausdruck zurück. (Gelächter.) Pardon, meine Herrschaften, es liegt mir jede Beleidigung irgendeines Kongreßmitgliedes absolut fern. Ich bin nicht in der Stimmung dazu, aber ich habe sagen wollen, daß durch Manipulationen — und das sind Manipulationen, wenn jemand in der Abstimmung in den Saal hineinkommt und plötzlich einen anderen Antrag hereinbringt — der Wille des Kongresses nicht mehr so recht zum Ausdruck kommt. Die erste Abstimmung über den Antrag hat das Resultat 86 gegen 86 Stimmen ergeben. Die zweite Abstimmung vollzog sich in einem großen Wirrwarr und ergab ein vollständig geändertes Resultat. (Lebhafter Widerspruch. — Lärm.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe! Del. Dr. Becker: Die erste Abstimmung ging dahin, es möge der Antrag der Kommission aufrecht erhalten werden. Es hatte Stimmengleichheit stattgefunden und die Abstimmung sollte wiederholt werden. Statt dessen hat der Präsident über einen Antrag abstimmen lassen auf Streichung dieses Paragraphen. (Lärm.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich bitte um Ruhe! Wollen Sie dem Redner 'zuhören! Del. Dr. Becker: Ein solcher Vorgang ist auf keinen Fall geschäftsordnungsmäßig zulässig und der Kongreß muß im Interesse seiner eigenen Würde darauf bestehen, daß diese Abstimmung für ungültig erklärt und wiederholt werde. Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich gebe das Wort nun Herrn Dr. Bodenheimer zu einer Erklärung und bitte die Damen und Herren, ruhig zuzuhören, sonst werden wir heute nicht fertig. Del. Dr. Bodenheimer: Ich bitte den Kongreß, mich gegen einen so unerhörten Angriff zu schützen. Die Sache verhält sich so und Sie alle sind Zeugen dessen: Während der Abstimmung wünschte Dr. L o e w e das Wort zur Abstimmung und dazu mußte ich ihm das Wort erteilen. Zur Abstimmung stellte Herr Dr. L o e w e den Antrag, daß zuerst über die Streichung des § 18 abgestimmt werden sollte, ehe über den anderen Antrag abgestimmt werden würde. Dieser Antrag ist geschäftsordnungsmäßig zulässig. Del. Dr. Becker: Nein! Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Becker, ich werde Sie zur Ordnung rufen müssen! Del. Dr. Bodenheimer: Dieser Antrag erfolgte, nachdem aus der Mitte des Kongresses die erste Abstimmung für zweifelhaft erklärt worden war, weil 86 gegen 86 Stimmen gezählt worden waren und im Saale eine große Unruhe herrschte. Ich bitte den Kongreß, den Antrag des Herrn Becker, der einen Angriff gegen das Präsidium in sich enthält, der in jeder Richtung unberechtigt ist, zurückzuweisen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Marmorek: Ich glaube, der Zwischenfall kann hiermit als erledigt betrachtet werden. Ich lasse eine Abstimmung darüber gar nicht zu. (Lebhafte Zustimmung.) Das Wort hat nunmehr Herr Dr. Marguli es zu § 27. Referent Dr. Margtilies: Bevor ich zu § 27 schreite, möchte ich mir noch zu § 22 die Bemerkung erlauben, daß die jetzige Fassung: „Das Wort zur Geschäftsordnung erteilt der Präsident" lückenhaft ist. (Lebhafte Zwischenrufe.) Vizepräsident Eh*. Marmorek: Herr Dr. M a r g u 1 i e s , Sie werden so lange warten, bis der Kongreß Sie anhören will. Eine Unruhe geht doch nicht an! (Nach einer Pause.) Wollen Sie nun fortfahren.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.