Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 305

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 305 (sequence 305)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
100% known words query
IRI
…/3476254-3476274--3850-3479992
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 305 — stelle zunächst den Antrag der Kommission zur Abstimmung, den Antrag der Organisationskommission, die der Kongreß gewählt hat. Del. Dr. M. Rosenfeld: In wessen Namen spricht der Referent? Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Der Referent spricht im Namen einer Gruppe, mit der er sich in Verhandlungen eingelassen hat. (Rufe: Er ist doch der Referent!) Hier liegt der Entwurf der Organisationskommission gedruckt vor, die Ihnen dieses Statut vorlegt. Erschweren Sie doch die Abstimmung nicht! Wer für die Fassung ist, welche die Kommission vorschlägt (andauernde Zwischenrufe — großer Lärm.) Ich bitte doch um Ruhe. Die Sache ist so: Der übrige Teil des § 22 ist angenommen. Wir stimmen nur ab über den Absatz 5, welcher lautet (liest): „Das Wort zur Geschäftsordnung erteilt der Präsident nach freiem Ermessen!" Das ist die Fassung, die Ihnen gedruckt vorliegt. Berichterstatter Dr. Margulies: Die Fassung, die ich Ihnen vorgelegt habe, enthält die Worte: „nach freiem Ermessen" nicht. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ueber die Fassung, wie sie von der Organisationskommission Ihnen vorgelegt wurde, lasse ich zuerst abstimmen. (Lebhafte Zwischenrufe.) Del. Dr. A. Jacobsohn (spricht englisch). Del. Dr. Gottheil (antwortet in englischer Sprache). Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Der Herr Delegierte Dr. Jacobsohn hat angefragt, ob die erste Abstimmung \erfolgt mit Streichung dieser Worte oder ohne die Streichung derselben. Es ist also klar: Der Antrag der Organisationskommission, der zuerst zur Abstimmung kommt, ist ohne die Streichung dieser Worte! Ist das jetzt klar? (Rute: Ja!; Wir kommen also zur Abstimmung. Wer für diesen Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Dieser Antrag ist abgelehnt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Damit ist die Streichung der Worte: „nach freiem Ermessen"' vom Kongresse beschlossen. (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich lasse nunmehr über die Geschäftsordnung en bloc abstimmen. Del. Dr. Becker: Herr Präsident! Ich habe einen geschäftsordnungsmäßigen Antrag eingereicht, der vorher erledigt werden muß. Sekretär Dr. Rosenblüth: Der Antrag des Herrn Dr. Becker lautet: „Ich ersuche das Präsidium, meinen Protest zu Protokoll zu geben, daß der Präsident während der Wiederholung einer bereits einmal vorgenommenen Abstimmung einen ganz anderen Antrag zur Abstimmung zugelassen hat." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) „Ich beantrage weiter, diese wiederholte Abstimmung für ungültig zu erklären." (Erneuter lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Marmorek (welcher den Vorsitz übernommen hat) : Eine Abstimmung, welche nach der Ueberzeugung des Präsidiums bereits vorgenommen worden ist, kann nicht für ungültig erklärt werden. (Lebhafte Zwischenrufe.) Del. Dr. Becker: Ich bitte um das Wort: Vizepräsident Dr. Marmorek: Nur zwei Minuten! Del. Dr. Becker: Jawohl, nur zwei Minuten! Geehrter Kongreß! Die Tatsache ist folgende und ich lege nur deshalb Wert darauf, das zu konstatieren, damit hier nicht durch gewisse Manipulationen, die ich nicht noch einmal näher bezeichnen will, . . . Vizepräsident Dr. Marmorek: Herr Dr. Becker, ich dulde das nicht! Diesen Ausdruck bitte ich zurückzunehmen. 20

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.