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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 288

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 288 (sequence 288)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 288 — Solange dies aber nicht der Fall ist, beschwört er Sie, nicht den kleinen Landsmannschaften, von kleinlichen Beweggründen veranlaßt, das Recht zu verweigern, Delegierte in den Permanenzausschuß zu entsenden. Selbst wenn ein Land bloß durch einen Delegierten hier vertreten ist — er zitiert das Beispiel Serbiens — (ich bitte, ich gebe es wörtlich), welches bei 7000 jüdischen Seelen bloß durch einen Delegierten vertreten ist, der seit Jahren herkommt, wäre es wohl passend, daß seine Stimme im Permanenzausschusse vertreten wäre. Zum Schlüsse richtet er die Aufforderung an Sie, jeder kleinen Landsmannschaft, wie groß ihre Ziffer auch sein möge, einen Vertreter im Permanenzausschusse zuzugestehen. Sollte dies nicht möglich sein, geht er auf die Ziffer von 2, 3, höchstens 4 Landsmannschaften. Das sei aber die letzte Ziffer, die er zugestehen könne. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Verehrter Kongreß! Ich werde darauf aufmerksam gemacht, daß die Galerie sich an den Kundgebungen zu dieser Frage beteiligt. (Ruf: Auch bei der Eröffnung des Kongresses!) Wir sehen es ja gerne — es ist dies mehrfach ex präsidiö betont worden — wenn wir eine aufmerksame Zuhörerschaft auf der Galerie haben, aber für uns ist es von wichtigstem Interesse, auch die Stimmung des Kongresses bezüglich der einzelnen Fragen kennen zu lernen und wir bekommen darüber kein zutreffendes Bild, wenn die Galerie durch Kundgebungen eingreift. Ich bitte also die Galerie, sich freundlichst der Kundgebungen zu enthalten. Nun muß ich noch die Herren Antragsteller auf etwas aufmerksam machen. (Unruhe.) Ich kann nicht sprechen, wenn hier fortwährend gestört wird. Es * ist eine Reihe von Anträgen eingereicht worden, und wie ich bemerke, ist kein einziger dieser Anträge ordnungsgemäß unterstützt. Jeder Antrag, soweit er nicht ein Geschäftsordnungsantrag ist, bedarf zu seiner Unterstützung 20 Unterschriften. (Ruf: Das hätten Sie früher sagen sollen!) Ich bitte, wir sind ja noch nicht bei der Abstimmung. Ich bitte also die Herren Antragsteller, hier ihre Anträge in Empfang zu nehmen und die notwendige Zahl von Unterschriften darauf setzen zu lassen, wenn sie darauf rechnen wollen, daß der Kongreß darüber abstimme. Zur Geschäftsordnung hat Herr Dr. Becker das Wort. Del. Dr. Becker: Ich bitte, Herr Präsident, bezüglich der Anträge die Unterstützungsfrage zu stellen. Das ist einfacher, als wenn die Antragsteller erst ihre Anträge zurücknehmen und die Unterschriften sich sammeln müssen. (Zustimmung.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Wenn sich kein Widerspruch erhebt (niemand meldet sich), werde ich in dieser Weise vorgehen und bei jedem einzelnen Antrage die Unterstützungsfrage stellen. (Unruhe.) Del. Cowen: Ich bitte um das Wort zur Geschäftsordnung! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bin unterbrochen worden von den Herren, die sich hier oben auf der Tribüne befinden. Sobald ich geendigt habe, werden Sie das Wort bekommen. Ich werde also bei jedem Antrage, sobald er zur Abstimmung kommt, die Unterstützungsfrage stellen. Das ist dahin zu verstehen, daß mindestens 20 Delegierte des Kongresses sich dafür aussprechen müssen, daß der Antrag zur Abstimmung gestellt werde. Ist das verstanden? (Zustimmung.) Nun hat Herr C o w e n zur Geschäftsordnung das Wort. Del. Cowen: Ich bitte Sie doch, jeden Antrag, der Ihnen überreicht worden ist und nicht genügend unterstützt ist, einfach zurückzuweisen!

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