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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 287

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 287 (sequence 287)
Language
German, English, Hebrew
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— 287 — die einer bestimmten Landsmannschaft angehören, sondern auf Personen, die die großen Aufgaben des Zionismus im allgemeinen begreifen. Wir kommen hierher nicht als Rumänen, Deutsche, Franzosen oder Russen, sondern als Zionisten, die den Zionismus als große jüdische Volksbewegung begreifen. (Lebhafte Zustimmung.) Und nur die sollen hineingewählt werden, damit wir nicht dasselbe erleben wie in Hamburg, wo Leute in den Permanenzausschuß gewählt wurden, die nicht hineingehörten. Das würden wir aber erleben, wenn wir-nach Landsmannschaften vorgehen. Nicht Personen überhaupt, sondern nur Leute, die den Zionismus im allgemeinen begreifen, sollen wir hineinwählen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Cowen (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt. — Unruhe): Meine Damen und Herren! Die großen Majoritäten können sich immer selbst schützen. Ein Kongreß ist dazu da, um die Minorität zu protegieren, und zwar je kleiner sie ist, desto mehr. Meines Erachtens und soweit ich von parlamentarischen Dingen in England Kenntnis habe, sind gerade die kleinen und kleinsten Gemeinden, die am weitesten von London entfernt sind, mit einer größeren Stimmenanzahl im Parlament vertreten. Irland z. B. entsendet nach England viel mehr Parlamentsmitglieder, als es nach der Zahl seiner Wähler sollte. (Zwischenrufe.) Ob es anders wird oder nicht, wissen wir noch nicht. Ich stelle nur die Tatsache fest. Es ist selbstverständlich, daß eine große Gruppe, nehmen wir z. B. die russische Landsmannschaft, die 120 Delegierte herschickt und das Recht hat, 12 oder 15 Mitglieder in den Permanenzausschuß zu entsenden, dort doch eine viel festere, mächtigere Gruppe bildet, als selbst 50 Mitglieder im Permanenzausschusse, die von einer Anzahl verschiedener, kleiner Gruppen entsendet worden sind. 10 Mitglieder einer einzigen großen Landsmannschaft haben viel mehr Einheit und viel mehr Einfluß auf den Permanenzausschuß, als 50 zerstreute Mitglieder des Ausschusses, die aus mehreren kleinen Landsmannschaften kommen. Je kleiner daher eine Landsmannschaft ist, desto mehr muß es ihr erlaubt sein, in den Permanenzausschuß zu kommen. Das kann man nicht genau nach der Arithmetik machen. Wollten wir uns bei allem so genau an die Arithmetik halten, müßten wir in der gesamten zionistischen Bewegungganz anders vorgehen. Ich bitte Sie also, meine Herren, verletzen Sie nicht die Interessen der kleinen Landsmannschaften. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr F 1 o r e n t i n hat das Wort. Del. Dr. Florentin (französisch). Vizepräsident Dr. Bodenheimer (antwortet dem Redner in franzosischer Sprache). Del. Dr. Marmorek (übersetzend): Herr Florentin meint, es sei hier von einem Redner der Vorwurf erhoben worden, Frankreich könnte sich ja leicht über die Schwierigkeiten erheben, wenn es so stark arbeiten würde, daß es eben statt 200 Scheklel 2000 zahlen würde. Dann würde es durch 10 Delegierte vertreten sein und auf den Kongreß Einfluß gewinnen können. Herr F 1 o r e n t i n meint, so könne nur jemand sprechen^ der die Situation in unserem Lande und die Schwierigkeiten nicht kenne, die sich einem trotz aller Mühe und Aufopferung entgegenstellen, die man aufwendet, um die Zahl der Schekelzahler zu erhöhen. Er fragt, ob Sie auch zugeben würden, daß eine selbst noch so kleine Delegation aus der Türkei und aus Palästina im Permanenzausschusse nicht vertreten sei. Er sagt, daß es der halben Million Juden in .der Türkei trotz aller Anstrengung nicht möglich gewesen sei, in einer stärkeren Anzahl als 3 hier zu erscheinen, wohl aber hofft er, daß sie in den nächsten Jahren ebenso stark vertreten sein werden kraft ihrer Schekel, wie die deutsche Delegation, vielleicht noch stärker.

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