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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 286

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 286 (sequence 286)
Language
German, English, Hebrew
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— 286 — Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ich habe Ihnen das "Wort nur zur Stellung eines Antrages gegeben. Del. Dr. Heyrnann (fortfahrend): Jawohl, ich bin schon fertig. Ich sage also, wir wollen unter keinen Umständen, daß die kleinen Landsmannschaften in einem festen Block im Permanenzausschuß die großen Landsmannschaften niederstimmen. Ich beantrage deshalb folgendes : Jede einzelne Landsmannschaft oder Fraktion hat im Permanenzausschuß mindestens 1 Vertreter, mehr als 10 Delegierte 2 Vertreter und für jede begonnene weitere zehn einen weiteren Vertreter. (Große Unruhe.) Die Vertreter je einer Landsmannschaft oder Fraktion stimmen geschlossen und haben so viele Stimmen, als sie Fraktions- oder Landsmannschafts- Kongreßdelegierte zählen. Dann hört die Majorisierung der kleinen Landsmannschaften auf. (Die Unruhe dauert an.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich muß die folgenden Redner ■dringend bitten, sich meinen Anordnungen zu fügen. Ich habe dem Herrn Vorredner das Wort nur zur Stellung eines Antrages gegeben. Ich bitte also auch Herrn Dr. Friedemann, bloß einen Antrag zu stellen, sonst würde ich dem nächsten Redner das Wort erteilen. Del. Dr. Friedemann: Obwohl diese Drohung bei mir nicht gerechtfertigt ist, werde ich mich doch daran halten. Dieselbe Rolle, die der Permanenzausschuß bei uns hat, spielt im österreichischen Parlament die Obmännerkonferenz. Im österreichischen Parlament hat der jüdische Klub 4 Abgeordnete gehabt, und hat trotzdem das Recht gehabt, in die Obmännerkonferenz einen Vertreter zu entsenden, geradeso wie die großen Parteien mit 70 und 80 Mitgliedern. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich glaube, was dem österreichischen Parlament recht ist, ist dem jüdischen Parlamente billig. Ich bitte deshalb, daß Sie auch hier 4 Delegierten das Recht geben, im Permanenzausschuß vertreten zu sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Unruhe.) Del. Dr. M. Rosenfeld: Geehrter Kongreß! Ich werde diesmal für den Antrag des Referenten der Kommission sprechen und gegen den Antrag W o 1 f f s o h n und Marmorek, und zwar aus folgenden Gründen: Ich sehe nicht ein, daß hier Personen vertreten sein sollen statt Interessengruppen. Ich sehe nicht ein, daß man auf die Zahlengrenze der Staaten Rücksicht nimmt und nicht auf die Zahl der verschiedenen Interessen innerhalb des Zionismus. Ich glaube am besten meiner Meinung dadurch Ausdruck zu geben, wenn ich sage: Dort, wo Prinzipien fehlen, da stellen Personen rasch sich ein. (Unruhe.) Herr Dr. Marmorek, arbeiten Sie darauf hin, daß in Frankreich nicht 400 Schekel, sondern 2000 Scheitel gesammelt werden. (Beifall.) Wir wollen vor allem, daß diejenigen, die einer Meinung sind, auf dem Kongresse sich zusammenschließen. Dann werden wir erleben, daß der Kongreß eine Abspiegelung aller Interessen sein wird. Dann werden wir einen Kongreß haben, wie er sich ziemt und nicht Personeninteressen und Landesinteressen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Heinrich Loewe (verzichtet auf das Wort). Del. Dr. Waldmann (verzichtet gleichfalls). Del. Dr. Nacht: Geehrter Kongreß! Es hört sich demokratisch an, wenn man hier für eine Minorität eintritt. Wenn man aber das Interesse des Zionismus im allgemeinen im Auge hat, wird man wissen und davon überzeugt sein, daß das Prinzip der Landsmannschaften ein sehr schädliches Prinzip für die nationale Sache ist. Nicht auf Personen kommt es an,

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