Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 2S5 — ausschuß so oder so einheitlich abstimmt. Dann kommt Dr. Marmorek aui den Kongreß und mit 10 Leuten sprengt er Euch die ganze Sache. Ich glaube das nicht. (Unruhe und Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Dr. Halpern hat dasselbe Recht, Herrn Dr. Marmorek als Beispiel anzuführen, wie Herr Woiffs o h n. Dr. Halpern (fortfahrend): Hoher Kongreß! Es handelt sich nicht darum, daß die kleinen Landsmannschaften ausgeschaltet werden, es handelt sich noch weniger darum, daß die prominenten Personen der kleinen Landsmannschaften ausgeschaltet werden, und ich könnte mir sehr gut denken, daß, wenn z. B. der Fall . eintreten würde, daß Herr Dr. M a r m o r e k von der französischen Delegation nicht gewählt würde, sich sehr wohl eine Landsmannschaft finden würde, die Herrn Dr. Marmorek wählt. Dr. Marmorek: Die russische! Del. Dr. Halpern: Es wird uns freuen, wenn Sie so weit sind, daß die russische Landsmannschaft Sie zu ihrem Vertreter wählt. (Heiterkeit.) Was wir Ihnen vorschlagen, ist nur eines: Im Prinzip ist es falsch, daß jemand zum Kongreß kommt .... Vizepräsident Dr. Bodenheimer (unterbrechend): Ihre Zeit ist um. (Rufe: Ausreden!) Del. Dr. Halpern (fortfahrend): Ich halte es aus prinzipiellen Gründen für falsch, daß jemand vor den Kongreß kommt, sich vor den Spiegel stellt und sich in den Permanenzausschuß wählt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Unruhe und Zwischenrufe.) Andererseits gehen die kleinen Landsmannschaften seit Jahren, wie wir feststellen können, in den allermeisten Dingen zusammen. Deswegen schlage ich für meine Person folgenden Ausweg vor: Jede Landsmannschaft soll — denn nur das kann der Sinn des Zusammenhanges zwischen dem Permanenzausschusse und dem Kongresse sein — im Permanenzausschuß vertreten sein: aber es sollen mindestens 6 Leute von den kleinen Landsmannschaften sich zusammentun, um ein stimmberechtigtes Mitglied in den Permanenzausschuß zu entsenden. (Unruhe.) Das schlage ich vor. Jede Landsmannschaft soll den Konnex, den sie will, haben; aber es sollen nicht 2oder 4 Leute sagen, einer von uns muß drin sein. (Unruhe.) Ich schlage Ihnen die Zahl 6 vor. (Dr. M a r m o r e k: 4!) Ich stelle den konkreten Antrag, sechs Leute sollen zusammen einen stimmberechtigten Delegierten in den Permanenzausschuß entsenden. Außerdem soll jede Landsmannschaft das Recht haben, ein Mitglied zur Kenntnisnahme und Beratung in den Permanenzausschuß hineinzusenden. Referent Dr. Margulies: Ich erkläre mich mit dem Antrage Halpern einverstanden. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Dr. Margulies hat sich mit dem Antrage Halpern einverstanden erklärt. Ich bitte jeden Herrn, der einen Antrag stellen will, diesen Antrag schriftlich heraufzureichen; denn wir werden nachträglich die Anträge verlesen. Herr Dr. Heymann hat das Wort zu einem Antrage. Del. Dr. Heymann: Geehrter Kongreß! Auch die großen Landsmannschaften legen den größten Wert darauf, daß alle Meinungen des Kongresses im Permanenzausschusse vertreten sind. Deswegen hat Herr Dr. Margulies schon vorhin. beantragt, daß die Vertreter der kleinen Landsmannschaften jedenfalls Sitz im Permanenzausschuß haben, wenn auch keine Stimme. Was wir aber unter keinen Umständen wollen, ist, daß die kleinen Landsmannschaften, die fast alle Anhänger eines bestimmten politischen Prinzips innerhalb der Kongresses sind.....(Rufe: Oho!)