Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 284)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476274--3829-3479971- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 284 — Statute diese gutbewährte Form verlassen und geändert werden soll. Ich glaube, daß es überhaupt nicht nötig war, diesen Punkt im Orgänisationsstatute zu berühren, weil er keinen Anlaß zu Klagen gegeben hat. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Farbstein hat das Wort. Del. Farbstein: Die Herren, die gestern das Organisationsstatut en bloc angenommen haben, nachdem sie einige Minuten zuvor beschlössen hatten, sämtliche Redner nur 3 Minuten anzuhören, haben selbst gefühlt, daß diese Frage, welche den Permanenzausschuß betrifft, ausgeschieden werden muß und nicht auch im Organisationsstatute mit angenommen werden darf. Sie haben selbst gefühlt, daß diese Frage nicht so gelöst werden kann, wie es im Organisationsstatute proponiert wurde. Ich bitte im Namen der ungarischen Landsmannschaft um die Annahme des Antrages des Herrn Dr. Spitzer, mit der Motivierung, daß, insolange das Organisationsstatut v Landsmannschaften kennt, die Geschäftsordnung auch anerkennen muß, daß diese Landsmannschaften vertreten sein müssen. Sobald eine Landsmannschaft, wenn sie 400 Schekel zahlt, gegründet werden kann und anerkannt wird, muß sie auch eine Vertretung haben. Hat sie das Recht, einen Vertreter in das Zentralkomitee zu entsenden, so muß sie auch das Recht haben, im Kongresse vertreten zu sein. Sie wissen ja: Die Vertretung im Kongresse geschieht nicht hier im Kongreßsaale, sondern im Permanenzausschusse. Wir erfahren nachträglich das, was dort geschehen ist und kommen hierher einfach zur Abstimmung, da ja hier überhaupt nicht debattiert werden kann, denn es folgt sogleich der Antrag auf Schluß der Debatte oder auf En-block-Annahme. Was hier im Kongresse geschieht, geschieht eigentlich im Permanenzausschusse. Wenn also die kleinen Landsmannschaften im Permanenzausschusse nicht vertreten sein können, sind sie im Kongresse überflüssig, und wenn sie überflüssig sind, sollen sie auch nicht gebildet werden. Nachdem aber das Organisationsstatut anerkennt, daß Landesorganisationen gegründet werden können, müssen sie auch Iogisclierweise anerkennen, daß die kleinen Landsmannschaften im Permanenzausschusse vertreten werden. Ich bitte nochmals um Annahme des Antrages des Herrn Dr. Spitzer. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Dr. H a 1 p e r n. Del. Dr. Marmorek: Ich protestiere! Er ist nicht auf der Liste! (Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich protestiere dagegen, daß man hier den Worten des Präsidenten nicht mehr glaubt. Herr Dr. Marmorek, hier ist die Liste. Dr. H a 1 p e r n ist schon gestern eingetragen worden. (Zwischenrufe.) Del. Dr. Halpern: (Großer Lärm und Zwischenrufe, insbesondere von Herrn Dr. Marmore k.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, meine Herren, beruhigen Sie sich doch. Es ist keine Veranlassung, sich so übermäßig aufzuregen. Wir werden diese Sache in parlamentarischer Ordnung erledigen und ich bin überzeugt, daß der Kongreß, wenn diese Sache erledigt ist, wieder zu der friedlichen Stimmung zurückkehrt, die uns beherrscht. Ich habe Herrn Dr. H a 1 p e r n das Wort gegeben, er steht auf der Tribüne und ich bitte, ihn 3 Minuten anzuhören. Dann werden wir abstimmen. Del. Dr. Halpern: Ich werde der Mahnung des Herrn Präsidenten Folge leisten und so zu Ihnen sprachen, daß der Sache des Friedens am besten gedient wird. Ich bin in der merkwürdigen Lage, Herrn Dr. Marmorek gegen unseren Präsidenten Wolf f söhn in Schutz zu nehmen. Herr Wolffsohn hat uns hier gesagt, es nützt Euch nichts, wenn Ihr im Permanenz-