Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 283)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 283 — Die Organisationskommission verkennt die Wichtigkeit der kleinen, Föderationen; verkennt, daß die Verbindung der kleinen Föderationen die Einigkeit des Zionismus vorstellt. Und wenn alle Landesorganisationen die Einigkeit des Zionismus vorstellen, müssen alle ohne Ausschließung und ohne Begrenzung in dem Permanenzausschuß einen Vertreter haben, wo man die Schaftung der zionistischen Organisation berät. Ich hoffe, daß der Kongreß nicht erlauben wird, daß die Minoritätsrechte mit Füßen getreten werden! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Dr. B e r e n s t e i n hat das Wort. Del. Dr. Franzie-Berenstein: Meine Damen und Herren! Wir holländischen Zionisten meinen, daß die Fassung der Landsmannschaften theoretisch eine falsche ist. Eigentlich sollten nur Fraktionen hier sein, aber so weit sind wir noch nicht. Die vorliegende Geschäftsordnung ist jedoch so abgefaßt, als ob wir diese Fraktionen schon hätten. Das ist falsch, das geht nicht. Deshalb glauben wir kleinen Landsmannschaften, daß wir, solange die Fraktionsbildung noch nicht überall durchgesetzt ist, auch im Permanenzausschusse vertreten sein müssen. Es ist nicht anders möglich. Sonst würden die kleinen Landsmannschaften auf diesem Kongresse gar nicht gehört. Wir sind eine Weltorganisation und zu der ganzen Welt gehören auch die kleinen Länder. Wir können uns nicht helfen, daß wir in unseren Ländern nur wenig Juden haben. Wir können nur deshalb auch nur wenig Schekel aufbringen, aber wir verrichten nicht weniger Arbeit wie die großen Landsmannschaften. (Lebhafter Beifall.) Und wenn die großen Landsmannschaften eine proportioneile Vertretung wünschen — nun, hoher Kongreß, ich glaube nicht, daß auch innerhalb der großen Landsmannschaften immer eine proportionelle Vertretung gewünscht wird und daß von ihnen nach dem Proportionsverhältnis die Mitglieder nach dem Permanenzausschusse entsendet werden. Das ist nicht der Fall, und weil auch in den großen Landsmannschaften diese proportionelle Vertretung nicht gehandhabt wird, ist es notwendig, daß die kleinen Landsmannschaften demgegenüber ein Gegengewicht bilden. Auch im Interesse des Zionismus und der ganzen Bewegung ist es erwünscht, daß die kleinen Landsmannschaften nicht mit Füßen getreten und nicht abgeschlachtet werden. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Schein hat das Wort. Del. M. H. Schein: Hoher Kongreß! Im Namen der rumänischen Landsmannschaft, welche hier durch 20 Delegierte vertreten ist, und welche der Bewegung jährlich 40 000 Francs zuführt, protestiere ich gegen diese Fassung, daß die kleinen Landsmannschaften nicht vertreten sein sollen. Es liegt sogar darin schon ein Unrecht, daß die Landsmannschaften nicht in das A. C. zugelassen werden. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Dr. Herz hat das Wort. Del. Dr. Herz: Im Namen der belgischen Landsmannschaft, — auch einer kleinen — muß ich hier eine Erklärung abgeben. Ich werde Ihnen keine 3 Minuten rauben, denn es wird mir leicht sein, Ihnen die schöne und logische Vorrede in Erinnerung zu bringen, die Herr Dr. Marg u 1 i e s gestern zum Organisationsstatute gehalten hat. Er hat in dieser logischen Vorrede bewiesen oder wenigstens zu beweisen getrachtet, daß momentan die Landsmannschaften eine richtige Einteilung bilden. Ich möchte Ihnen aber noch folgendes Argument anführen. Bis nun waren wir im Permanenzausschusse nach den Landsmannschaften, wenn sie auch noch so klein waren, vertreten. Diese Form hat sich bis nun ganz gut bewährt, und ich weiß wirklich nicht, warum im neuen Geschäftsordnungs-