Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 282)
- Language
- German, English, Hebrew
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— «282 — damit er das, was ihm auf dem Herzen liegt, dort vorbringt. , Wir dürfen eine Landsmannschaft überhaupt nicht ausschließen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch.) Der Permanenzausschuß ist nur dazu da, alle Ansichten zu hören, mit allen zu beraten und alle Unannehmlichkeiten dem Kongreß vorwegzunehmen. Es wäre der größte Fehler, hier mit Zahlen arbeiten zu wollen. Dann können wir es erleben, daß die Gruppen, die ausgeschlossen wurden, sich zusammentun und die Beschlüsse des Permanenzausschusses über den Haufen werfen und hier Debatten hervorrufen, die wir unter allen Umständen vermeiden müssen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Damit dieses vermieden wird, schlage ich Ihnen vor, daß jede Landsmannschaft, die 1000 Schekel zahlt, berechtigt sei, einen Delegierten in den Permanenzausschuß zu wählen. (Widerspruch. — Zwischenrufe.) Ich will Ihnen ein Beispiel anführen: Dr. Marmore k kommt aus Frankreich, wo nur 3 Delegierte gewählt sind. (Del. Dr. Pasmanik: Frankreich sollte 10 Delegierte stellen!) Herr Dr. Pasmanik, ich sage ja nicht, was sein soll, ich konstatiere nur Tatsachen. Aus Frankreich sind 3 Delegierte da. (Dr. Pasmanik: Zwei!) Und dennoch glaube ich, geehrter Kongreß, daß ein Mann, wie Marmorek im Permanenzausschusse mehr wert ist, wie vielleicht fünf andere. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen. — Lebhafter Widerspruch. — Lärm.) Geehrter Kongreß! Ich bin vielleicht mißverstanden worden. Ich wollte nicht meinem Freunde Marmorek ein Loblied singen, ich sagte nur, daß er für den Kongreß in dieser Frage mehr wert ist, weil er im Kongreß mehr Anhänger hat, wie irgendeiner aus einer Landsmannschaft, wo 20 gewählt sind. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Ruf: Dann sollen ihn die Anhänger wählen!) Und ein Marmorek ist imstande, im Kongresse mehr zu schaffen, als wer weiß wieviel andere. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, meine Herren, Herr Präsident Woiffsohn exemplifiziert ja nur! Präsident Woiffsohn: Ich führe ihn nur als Beispiel an, gerade weil er aus Frankreich kommt. Was würden Sie übrigens mit einer Beschränkung der Zahl bezwecken? Der Permanenzausschuß arbeitet während der ganzen Zeit des Kongresses und Sie würden womöglich die ganzen Arbeiten, die er unter so großen Mühen erledigt hat, wieder dadurch null und nichtig machen, daß Sie einzelne Gruppen nicht in den Ausschuß mit hineingenommen haben. Wenn im Permanenzausschusse nicht alle Ansichten vertreten sind, so hat er überhaupt keinen Wert. Ich bitte Sie darum; geehrter Kongreß, halten Sie sich mit dieser Frage nicht zu lange auf, geben Sie den kleinen Landsmannschaften die Möglichkeit, im Permanenzausschusse zu sein, damit dieser seinen Wert behält und nehmen Sie die Vorschläge der Minoritäten an. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Geehrter Kongreß! Ich muß um Ihre Idemnität nachsuchen. Herr Woiffsohn hat über 3 Minuten gesprochen. Ich glaube aber, daß Sie die Idemnität erteilen. Von nun ab werde ich strenge auf dem Einhalten der 3 Minutenzeit bestehen. Herr Dr. Ravenna hat das Wort. Del. Ravenna (Italienisch. — Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Del. H. Struck (übersetzend): Im Namen der italienischen Delegierten protestiere ich gegen die Ausschließung der kleinen Landesorganisationeti yom Permanenzausschusse.