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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 281

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 281 (sequence 281)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— '281 — Majorisierungen kommen immer vor. Wir haben das Majoritätsprinzip. Wir wollen den Minoritäten entgegenkommen; aber daß wir sagen können, jede Landsmannschaft, auch die 1 oder 4 Delegierte hat, kann einen Vertreter entsenden, das scheint mir nicht gerecht zu sein. Für meine Person ganz allein würde ich, wenn der Kongreß einsieht, daß der Ausweg, den ich vorgeschlagen habe, die Entsendung eines Vertreters mit beratender Stimme, nicht genügen sollte (Zwischenrufe seitens der Del. Fischer und Marmore k) — wenn der Kongreß nicht der Ansicht sein sollte, würde ich als Eventualantrag die Zahl mit 6 nehmen, und zwar mit folgender Begründung: Die Korporationsrechte sollen an die Mindestzahl von 10 geknüpft sein. Das Recht der Entsendung in den Permanenzausschuß könnten Sie vielleicht schon bei 6 geben, weil wir die Bestimmung haben, daß ein Ueberschuß von 6 über eine Dekade auch das Recht zur Entsendung weiterer Vertreter gibt. Ich überlasse diesbezüglich die Entscheidung selbstverständlich dem Kongreß. Aber ich glaube, das Prinzip müssen wir annehmen, daß wir nicht unbeschränkt jeder Minorität, .und sei sie nur aus einem Mitgliede bestehend — das Recht einräumen..... (Dr. Marmorek: Das haben wir nicht behauptet! — Unruhe.) Wenn man uns sagt, wir werden einen erbitterten Kampf gegen Euch führen, müssen wir annehmen, daß Sie um ein Prinzip kämpfen. Der Unterschied zwischen 4, 6, 8 ist aber kein Prinzip. Das ist ein rechnungsmäßiger Standpunkt. (Beifall.) Präsident Wolf f söhn (mit lebhaften Beifall und Händeklatschen begrüßt) : Geehrter Kongreß! Ich war draußen mit wichtigen Sitzungen beschäftigt und konnte leider nicht hier sein. Ich habe mir die größte Mühe gegeben, dort so rasch als möglich fertig zu werden, weil ich der Ansicht bin, daß wir alle hier hineingehören und daß alles, was hier aut eiern Kongresse verhandelt wird, wichtig ist. Ich muß aber mein Erstaunen darüber ausdrücken, daß hier eine so heiße, aufgeregte Debatte über diesen Gegenstand stattgefunden hat, daß hier darüber gekämpft wird, an welche Mitgliederzahl der Landsmannschaft das Recht der Vertretung im Permanenzausschuß geknüpft sein soll. Geehrter Kongreß! Ich habe mich nicht nur seit den letzten drei Kongressen mit der Frage des Permanenzausschusses beschäftigt, sondern auch schon auf den früheren Kongressen, und weiß genau, welchen Zweck der Permanenzausschuß hat. Die Annahme, daß der Permanenzausschuß nach bestimmten Regeln und Zahlen zusammengesetzt sein müsse, ist eine irrtümliche. Was ist die Aufgabe des Permanenzausschusses? Daß wir hier im Kongresse über Personen keine Diskussionen führen, daß die Wahlen und alles was dazu gehört, im Permanenzausschusse vorbereitet wird. Der Permanenzausschuß bestimmt nicht über die Wahlen, er schlägt nur dem Kongreß vor und bewirkt, daß uns nicht Personen vorgeschlagen werden, die dann nicht gewählt werden. Geehrter Kongreß! Was hat es für einen Zweck, wenn Sie die Sache nach Zahlen und Landsmannschaften regeln? Eine Gruppe von drei oder fünf Personen würde genügen, um die ganzen Beschlüsse des Permanenzausschusses hier über den Haufen zu werfen und den Zweck des Permanenzausschusses illusorisch zu machen. Es genügen 5 Leute, die sich hinstellen und doch die Personenfrage auf werfen. Ich vertrat immer den Standpunkt, wenn irgendeine kleine Gruppe existiert, die andere Wünsche hat, muß man einen von ihnen in den Permanenzausschuß hineinschicken.

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