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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 280

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 280 (sequence 280)
Language
German, English, Hebrew
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—!280 — Präsident Wolffsohn: Ich war nicht im Kongreß, und es wurde, mir mitgeteilt, daß Herr Dr. Marguli es als Referent zu diesem Punkte sprechen will. Vielleicht bin ich in einem Irrtum. Ich weiß nicht genau, was hier vorging. Referent: Dr. Margulies: Hoher Kongreß! Die Debatte ist leider auf ein Gebiet geschoben worden, wohin sie nicht gehört. Wir können meiner Ansicht nach, weder mit begeisterten Worten noch mit schweren Anklagen und Beschuldigungen die Sache erörtern, sondern müssen versuchen, die Sache ganz sachlich zu erörtern. Der kritische Punkt an der Sache ist offenbar der Permanenzausschuß; denn daß wir den Gedanken der Korporationsbildung aut dem Kongresse nur dann durchführen können, wenn wir eine Mindestzahl« von Delegierten festsetzen, ist klar. Sonst bekommen wir Korporationen, wo ein Delegierter sich vor dem Spiegel stellt und sich in alle möglichen Kommissionen wählt Eine Mindestzahl muß festgestellt werden. Irgendeine Grenze muß der Schutz der Minoritäten haben. (Zustimmung. — Unruhe und Zwischenrufe.) Hoher Kongreß! So wenig wie die Zahl von 15 eine unbedingt prinzipielle Grenze gewesen ist, ebensowenig ist für mich die Zahl von 10 eine prinzipielle Grenze. Das ist lediglich eine Sache der taktischen und praktischen Erwägung. Ich bitte, diese Momente im Auge zu behalten. Und nun möchte ich Ihnen folgendes sagen: Der Permanenzausschuß hat seine Aufgabe nur dann erfüllt, wenn er ein getreues Bild des Kongresses darstellt. (Lebh. Zustimmung.) Hoher Kongreß! Auf dem Kongreß entscheiden nicht die Landsmannschaften und Fraktionen, sondern die Delegierten, und wenn Sie wollen, daß der Permanenzausschuß so zusammengesetzt ist, wie die Delegierten ihrer Zahl nach zusammengesetzt sind, dann müssen Sie doch die Majorisierung der Majorität des Kongresses im Permanenzausschusse durch die Minorität ein wenig beschränken. Lassen Sie sich das vorrechnen. Wir haben kleine Landsmannschaften mit 2, 3, 4, 5 Delegierten. Sie kommen beispielsweise bei 7 Landsmannschaften auf 20 Delegierte. Diese 20 Delegierte entsenden nach dem Schlüssel des Herrn Dr. M ärmere k 7 Vertreter in den Permanenzausschuß. Dagegen entsenden 70 Delegierte einer großen Landsmannschaft auch nur 7 Mitglieder in den Permanenzausschuß. (Sehr richtig!) Glauben Sie nun, daß diese Vertretung des Permanenzausschusses wirklich ein getreues und gerechtes Bild des Kongresses ist? Dr. Marmorek: Wir sind doch keine Aktiengesellschaft! (Unruhe.) Referent Dr. Margulies (fortfahrend): Wir können auf diese Weise im Ausschusse eine Majorität bekommen, welche keine Majorität auf dem Kongresse ist. Das war schon. Das ist aber etwas sehr Ungesundes. Ich meine, wir müssen daher prinzipiell an eine bestimmte Mindestzahl das Recht zur Entsendung eines stimmberechtigten Vertreters im Permanenzausschusse knüpfen. Aber ich habe hier in meinen Vorschlägen einen Mittelweg gesucht. Ich bin überzeugt, daß, wenn Herr Dr. Marmorek in den Permanenzausschuß kommt, es nicht entscheidend ist, wie er seine Hand zur Abstimmung hebt, sondern wie er sie zum Sprechen hebt. Sonst würden Sie auch die Kraft der Persönlichkeit sehr unterschätzen. Maßgebend ist bei solchen Gelegenheiten das Wort der Persönlichkeit, das Argument, das sie in die Wagschale wirft. Del. Fischer: Das ist nicht richtig! Referent Dr. Margulies: Herr Fischer hat eine sehr gute Stimme, aber er kann mich nicht überschreien (Heiterkeit).

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