Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 279)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476274--3824-3479966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Del. Dr. Marmorek: Ich ziehe diese Aeußerung zurück. (Beifall.) Sk fühlen sich dadurch verletzt, meine Herren, aber ich sage Ihnen, versetzen Sie sich in unsere Haut, wie wir uns durch Ihr Vorgehen zurückgesetzt fühlen müssen. Sie wollen uns zu Delegierten zweiter Klasse herabsetzen und ich wollte .... (Zahlreiche Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ihre Zeit ist jetzt um. Del. Dr. Marmorek: Herr Dr. Bodenheimer, die Unterbrechungen kann man mir nicht anrechnen. (Ruf: O ja, Sie provozieren sie ja!) Herr Dr. Bodenheimer sagt, meine Zeit ist um. (Ruf; Appellieren Sie an den Kongreß!) Ich brauche das nicht. Herr Dr. Bodenheimer will nicht anerkennen, daß mir die Unterbrechungen nicht angerechnet werden können. Nun, ich habe geschlossen. Ich habe deutlich gesagt, worum es sich handelt: Es ist keine formale Sache, es ist eine wichtige Lebensfrage für den Zionismus. Urteilen Sie selbst! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen. — Lebhaftes Zischen. — Erneuter stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Meine Damen und Herren! Vielleicht können wir diese ganze Debatte abkürzen, wenn ich eine Erklärung abgebe, und wenn ich Sie bitte, sich auf diesen Standpunkt zu stellen. (Ruf: In wessen Namen?) Ex präsidio, ich als Vizepräsident des Kongresses. Es ist hier die Meinung zum Ausdrucke gebracht worden, als ob hier eine Absicht bestünde, irgendeine Gruppe, die sich im Kongresse befindet, zu majorisieren. Es ist unterstellt worden, daß man die kleinen Landsmannschaften ausschalten wollte aus ihrer Betätigung innerhalb des Permanenzausschusses. Ich glaube, wir tun gut, daß wir den Wünschen der kleinen Landsmannschaften nach einer Richtung nachgeben, um ihnen zu zeigen, daß der Kongreß größer denkt, als die Mitglieder der kleinen Landsmannschaften glauben. (Lebhafte Zwischenrufe. — Del. Dr. Marmorek: Wir protestieren gegen das Präsidium!) Del. Jean Fischer: Der Präsident muß unparteiisch sein! Ich protestiere gegen das Vorgehen des Präsidenten! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Erlauben Sie, es liegt gar kein Grund vor, daß sich irgendwer verletzt fühle. Ich spreche mich noch deutlicher aus: .... Größer denkt als diejenigen Mitglieder der kleinen Landsmannschaften, die glauben, daß eine Absicht bestanden hätte, sie zu majorisieren. Das ist eine Beleidigung der Organisationskommission. Ich bitte um Ruhe. Ich bitte den Kongreß, den kleinen Landsmannschaften darin entgegenzukommen, daß jede Landsmannschaft mindestens 1 Delegierten in den Permanenzausschuß entsendet. (Lebh. Beifall und Händeklatschen. — Lebhafter Widerspruch. — Die Unruhe hält an. — Del. Fischer verlangt ununterbrochen das Wort zur Geschäftsordnung.) Dr. Marmorek: Das ist doch kein Präsident, das ist doch eine Partei! (Lärm und Zwischenrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich weise diese Angriffe zurück. Ich weiß nicht, was die Herren wünschen. Ich habe geglaubt, durch diesen Vorschlag einen Ausweg zu schaffen. Dazu bin ich als Präsident berechtigt. Wenn die Versammlung jedoch in so energischer Weise widerspricht, ist es selbstverständlich, daß wir in der Rednerliste fortfahren. (Große Unruhe und Zwischenrufe.) Ich bitte die Herren vor allem die Plätze einzunehmen und sich zu beruhigen. Es liegt ein Grund zu irgendeiner Aufregung nicht vor. Es wird hier jeder nach parlamentarischer Ordnung das Wort erhalten. Ich lasse mir aber nicht das Recht nehmen, wenn ich es für notwendig finde, auch das Wort zu ergreifen. (Zustimmung. — Unruhe.)