Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 277)
- Language
- German, English, Hebrew
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gegen die wir uns ganz entschieden aussprechen müssen. Der Permanenzausschuß ist die wichtigste Institution während des Kongresses. Hier wird die eigentliche Kongreßarbeit geleistet. Hauptsächlich werden vom Permanenzausschusse Ihnen die Vorschläge für die Wahl in die großen ständigen oder im Laufe des Kongresses zu wählenden Ausschüsse bestimmt, die ja zumeist widerspruchslos angenommen werden. Alles das macht es erforderlich, daß die kleinen Landsmannschaften, auch wenn sie weniger als 10 Delegierte zählen, in der Lage sind, im Permanenzausschusse ihre Stimmen hören zu lassen. (Lebhafte Zustimmung.) Man hat uns ein Auskunftsmittel geboten, indem man es den kleinen Landsmannschaften möglich machen will, sich zusammenzustellen und auf diese Weise die für die Entsendung in den Permanenzausschuß nötige Anzahl von Delegierten aufzubringen. Geehrter Kongreß! Ich halte dieses Auskunftsmittel für absolut unzulänglich. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die meisten Delegierten erst unmittelbar vor Eröffnung des Kongresses zusammentreten. Es ist geradezu unmöglich, daß bei einer solchen Zusammenkunft, wo Leute zusammenkommen aus den verschiedensten räumlich getrennten Ländern der Welt, die sich persönlich früher nie Gelegenheit gehabt haben, kennen zu lernen, die sich sehr oft auch sprachlich miteinander nicht verständigen können, auf die Wahl eines Mitgliedes in den Permanenzausschuß einigen sollen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ihre Zeit ist um! Del. Dr. Spitzer: Ich habe nur ganz kurz zu beantragen, der § 9 der Geschäftsordnung habe zu lauten: „Jede Landsmannschaft, Fraktion oder Sonderverband ist berechtigt, ohne Rücksicht auf die Anzahl ihrer Delegierten mindestens 1 Vertreter in den Permanenzausschuß zu entsenden." (Beifall.) Den Schlüssel dafür zu finden, wieviel Mitglieder die großen Verbände in den Permanenzausschuß zu entsenden haben — selbstverständlich mehr — überlassen wir den großen Landsmannschaften. Wir haben es nicht notwendig, uns den Kopf der großen Landsmannschaften zu zerbrechen. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte, mir den Antrag schriftlich zu überreichen. Del. Dr. Spitzer: Ich habe ihn Herrn Margulies bereits schriftlich übergeben. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich möchte bitten, sich doch der kleinen Mühe zu unterziehen, den Antrag schriftlich zu formulieren, und mir ihn dann zu übergeben. Herr Fischer hat das Wort. Del. jean Fischer: Geehrter Kongreß! Ich appelliere an die großen Landsmannschaften, ich appelliere an Ihr Gerechtigkeitsgefühl, die Rechte einer Minorität zu schützen (Beifall), ich appelliere an Sie im Namen der kleinen Landsmannschaften, ich appelliere an Sie auch im Namen der Bewegung. Wollen Sie die Bewegung nicht zugrunde gehen lassen, so müssen Sie dafür sorgen, daß wir hier nicht unterdrückt werden. (Beifall und Widerspruch.) Geehrter Kongreß! Ich bin zum vierten Male hier auf dem Kongresse. Ich habe Ihre Geduld niemals in Anspruch genommen und ich würde auch heute nicht gesprochen haben, wenn ich es nicht für absolut unerläßlich erachten würde. Wenn Sie es dazu kommen lassen wollen, daß Sie nur Delegierte aus Rußland, Deutschland und Oesterreich hier haben, wenn Sie auch Vertreter von Italien, Bulgarien, der Türkei, Frankreich, Holland usw. hier sehen wollen, müssen Sie für die Rechte der kleinen Landsmannschaften energisch eintreten, sonst werden Sie die Grundlagen unserer Weltorganisation zerschlagen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ihre Zeit ist um. Del. Jean Fischer: Ich füge mich.