Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 261)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476274--3806-3479948- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 261 — geschaffene nützliche Institution fortdauernd die eifrigste Propaganda zu machen." Ebenso erachten wir es für notwendig, daß für die Ausgestaltung des Bezalel, dieser unserer einzigen Institution, welche ein Gegenmittel gegen die Auswanderung aus den Städten Palästinas bildet, die erforderlichen Mittel beschafft werden, damit er seiner Aufgabe, der Verbreitung des Kunstgewerbes in den Städten, gerecht werde. Die Resolution, die der Propaganda für den Bezalel einen neuen Schwung zu verleihen geeignet ist, lautet (liest): „Ebenso hält es der Kongreß für notwendig-, daß für den Bezalel in erforderlichem Umfange die Mittel beschafft werden, damit er seine Aufgabe der Verbreitung von Kunstgewerbe in Städten und Kolonien in beschleunigtem, seiner inneren Ent\vicklungsfähigkeit angemessenem Tempo erfüllen kann." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die nachfolgenden, rein wirtschaftlichen Resolutionen schlagen wir Ihnen in folgender Form vor (liest): „Der Kongreß überweist der Leitung nachstehende Resolutionen zur Erwägung, Ueberprüfung und eventueller Durchführung der darin enthaltenen Vorschläge: 1. Es sind in der Nähe der Städte mit größerer jüdischer Bevölkerung nach1 Möglichkeit Musterfarmen, speziell zur agrikultureilen Ausbildung der alteingesessenen jüdischen Elemente, zu begründen, wobei besonders auf die Garten- und Milchwirtschaft das Hauptaugenmerk zu richten ist. 2. Die in den Farmen des Nationalfonds angestellten Agronomen sind nach1 Möglichkeit auch in der Weise zu verwenden, daß sie die bei der Kolonisation bestehenden Einrichtungen zur agrikulturellen Ausbildung der Schuljugend inspizieren und durch Wandervorträge und Belehrung sowohl auf die zweckmäßige Ausgestaltung dieser Einrichtungen als auch auf die Vermehrung der landwirtschaftlichen Kenntnisse in den Kolonien überhaupt einwirken." Die dritte Resolution ist wichtiger und ist im Zusammenhang mit unseren Bestrebung'en auf Verbesserung der Arbeiterexistenz, bezw. auf Schaffung der Voraussetzungen für eine dauernde Existenz jüdischer Arbeiter im Lande gestellt. Sie lautet (liest): „3. Nach Maßgabe der zu beschaffenden materiellen Mittel ist an den Bau von Arbeiterhäusern für ledige Arbeiter auch in den galiläischen Kolonien zu schreiten (nicht nur, wie bis jetzt, in den jüdischen), ebenso sollen in der Nähe der bestehenden Kolonien und der Städte Arbeiterhäuser mit Gartenwirtschaften für verheiratete Arbeiter errichtet werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir fühlten es für verfrüht, diese Resolutionen seihon heute zum Beschlüsse zu erheben, weil wir nicht wissen, ob in nächster Zeit schon die Mittel bereitgestellt werden können, und weil es