Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 260)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 260 — Es handelt sich um eine Richtlinie. Deshalb soll der Kongreß diese Resolution beschließen. Die zweite wirtschaftliche Frage, die uns vielleicht am meisten befaßt hat, war die Frage der Parzellierung d. h. der Ansiedlung bemittelter Einwanderer, die Ansiedlung minderbemittelter und vermögensloser Elemente, sowie die Frage des Agrarkredits. Diesbezüglidh haben wir sadi- und fachgemäße Auskünfte und Vorschläge erhalten, die wir Ihnen hier als konkrete Projekte nicht unterbreiten. Aber zwei Resolutionen auf diesem Gebiete schlagen wir Ihnen vor, weil diese beiden Resolutionen aus unseren bisherigen Erfahrungen resultieren und weil sie bereits kongreßreif sind. Die eine betrifft die P. L. D. C, weil wir sie als eminent nützlidh halten. Die zweite betrifft die Beschaffung von Agrarkredit für mittellose oder minderbemittelte Einwanderer. Die erste Resolution lautet (liest): „Der Kongreß verpflidhtet die Leitung, alles aufzubieten, um der P. L. D. C. die ihr zum statutengemäß vorgesehenen Kapital von 50 000 Pfund nodh fehlenden Mittel zu verschaffen. Er erklärt es für die Pflicht jedes einzelnen Zionisten, nach seinen Kräften an der Beschaffung dieser Mittel sich zu beteiligen." Die zweite Resolution lautet (liest): „Der Kongreß spricht seinen Wunsch aus, daß der A. P. C. ein größerer Betrag zur Verfügung gestellt werde, der durcW Gewährung langfristiger Kredite auf finanziell sicherer Basis die Ansiedlung von zum Ackerbau geeigneten, minderbemittelten oder vermögenslosen Elementen ermöglichen soll." Wir befaßten uns auch1 mit den Fragen des Ausbaues und der Ausgestaltung bereits vorhandener Institutionen, deren Nützlichkeit wir durch die bisherigen Erfahrungen als erwiesen betrachteten. Vor allem war es die Oelbaumspende, die neben der Aufgabe und den Zwecken, welche sie so populär gemacht haben, noch eine neue große Nützlichkeit in der praktischen Anwendung erwiesen hat, sie eignet sich nämlich vorzüglich zum Kernpunkt neuer Absiedlungen. Sie wissen, wie schwer es ist, neue Absiedlungen, entfernt von den Kolonien, ins Leben zu rufen. Bereits nach1 unseren bisherigen Erfahrungen haben die Oelbaumpflanzungen die Gründung von zwei neuen Ansiedlungen in Lud Rifhl und Chulda gefördert. Die Schaffung" neuer Erwerbsgelegenheiten und die Verbesserung der Lage der jüdischen Arbeiter, bezw. die Ermöglichkeit der Existenz jüdischer Arbeiter, die heute noch in beschränktem Maße in Palästina gegeben erscheint, rechtfertigt die nachfolgende Resolution (liest): „Der Kongreß weist auf die eminente Widh'tig"keit der Oelbaumstände für die Förderung des Kolonisationswerkes und Schaffung neuer Erwerbsgelegenheiten in Palästina hin und erachtet es als eine Pflicht eines jeden Zionisten, für diese von der Organisation