Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 259)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 259 — Wir sind der Ansicht, daß die Palästinaunternehmungen sehr reiflich beraten und sehr gründlich geprüft werden und entweder von denjenigen Organen, welche selbst fach- und sachkundig sind, beschlossen und durchgeführt werden müssen, oder, wenn sie von größerem Umfange sind, nur vor einen vorbereiteten Kongreß gebracht werden sollen, d. h. vor einen Kongreß, der über diese Fragen schon vorher informiert ist und die Zeit und Möglichkeit besitzt, die Angelegenheit einer ernsten erschöpfenden Beratung zu unterziehen. Daher haben wir uns auf gewisse allgemeine Angelegenheiten beschränkt, oder, soweit es Spezialsachen sind, auf solche Resolutionen, die Heute schon, wenn ich so sagen darf, kongreßreif sind. Die anderen Vorschläge überreichen wir direkt dem E. A. C, spezieil die großen konkreten Vorschläge, bezw. empfehlen Ihnen, sie der Parteileitung zu überweisen. Von den Sachverständigen, insbesondere den Palästinenser Herren, haben wir einstimmig gehört, daß das Grundübel unserer bisherigen Kolonisation die mangelnde Ausbildung, vielleicht auch mangelnde Eignung* — das kann ich heute nicht feststellen — der jüdischen Frauen zur Dorfwirtschaft ist. Sie machen es unmöglich', den Kolonisten bezw. den Arbeitern Nebenerwerb durch1 Gemüsebau und Milchwirtschaft zu geben, da die Frauen nicht alle jene Maßnahmen kennen, welche dem landwirtschaftlichen Haushalte langepaßt sind und da sie — ich möchte sagen — nur auf den städtischen Haushalt eingeschustert sind. Nun hat der Verband für Frauenkultur die Anregungen für die agrikulturelle Ausbildung der Frauen entgegengenommen und auch die ersten Schritte eingeleitet. Wir sind der Meinung, daß dies von unseren Institutionen, insbesondere dem N.-F., unterstützt werden soll. Es handelt sich ja da nicht um große Dinge. Der erste Schritt soll eine ganz kleine Unternehmung sein: die Uebertragung eines Instituts, wo 50 Mädchen erzogen werden, von der Stadt aufs Land und die Ausbildung der Mädchen in dem eben geschilderten Sinne. Wir haben das verbunden mit der folgenden allgemeinen Resolution (liest) : „Der Kongreß erwartet vom J. N. F., daß er auch fernerhin die mit dem Landerwerb im Zusammenhang stehenden, auf Gesundung und Verbesserung der Landwirtschaft in Palästina hinzielenden Bestrebungen unterstützen und insbesondere auch Unternehmungen fördern wird, die sich die Ausbildung der Frauen für die Landwirtschaft zum Zwecke machen." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) ich erkläre ausdrücklich, daß wir diese Resolution nicht stellen, um einen Druck auf den Nationalfonds auszuüben. Ich erkläre loyal, daß der Vorsitzende des Nationalfonds, Herr Dr. Bodenh eim er, wie auch ein Mitglied des Direktoriums sich bereits günstig in dieser Frage dahin geäußert haben, die Sache beim Nationalfonds zu fördern. 17*