Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 258)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 258 — und in Syrien einen wohlbegründeten Anspruch auf Sachgemäßheit und Fachkundigkeit besitzen. Die Kommission beschäftigte sich zunächst mit politischen, Fragen, insbesondere den Beziehungen zur Türkei und zu den Arabern. In bezug auf die Türkei teilt die Kommission vollständig die Ansichten, die hier von berufener Seite im Kongresse geäußert worden sind, aber sie unterstreicht, daß das Mißtrauen, das durch. Einflüsterungen in der Türkei herbeigeführt worden ist, nichtall ein durch Worte und Informationen beseitigt werden kann. Die Kommission ist der Ueberzeugung, daß gerade durch1 unerschütterliche Kontinuierung, durch1 Mehrung und Vergrößerung unseres Werkes in Palästina wir die türkisdh'e Regierung und die türkisdh'e öffentliche Meinung nötigen werden, auf Einflüsterungen nicht zu achten, sondern sich' mit den Tatsachen zu befassen, und daß dieses unser Wirken die stärksten Argumente für uns bei den Türken und dem türkischen Staate in sich selbst tragen wird. (Beifall.) Infolgedessen haben wir die unfreundliche Haltung während der Kammerdebatte als nichts Schreckliches und jedenfalls nicht als Prognostikon für die Zukunft betrachtet, sondern sind diesbezüglich optimistisch. Etwas besorgter sind wir in der arabisch'en Frage. Es läßt sich nicht leugnen, daß in manchen Gegenden durch gewisse wirtschaftliche Härten, die unvermeidlich sind, wo eine Verschiebung in den Besitz- und Eigentumsverhältnissen und in den wirtschaftlichen Gruppierungen stattfindet, und vor allem durch Verhetzungen Konflikte zwischen Arabern und jüdischen Kolonisten und neueingewanderten jüdischen Elementen bestehen, die heute auf die Spitze getrieben sind. Die Kommission hlält es von größter Bedeutung, daß sowohl das Palästinaamt wie die Parteileitung die Lage in Galiläa fortgesetzt mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt und die erforderlichen Mittel ergreift. Die einzelnen Mittel und Anregungen sind in den Verhandlungen unserer Kommission enthalten. Bestimmte Vorschläge machen wir diesbezüglich nicht. Die erwähnten Anregungen gehen übrigens nach zwei Richtungen. Einmal dahin, einen Kontakt und freundnachbarliche Beziehungen zu den Arabern zu erhalten und zweitens gegenüber den Verhetzungen und Einflüsterungen unserer Gegner die Araber zu informieren bezüglich' unserer Zwecke und insbesondere über die Zwecke derjenigen, welche von außen die Araber gegen uns aufhetzen. Wie gesagt, wir stellen diesbezüglich' keine Resolutionen. Die uns von palästinensischen Herren und von anderen sachverständigen Herren gestellten Anträge überweisen wir direkt der Parteileitung. In wirtschaftlicher Beziehung haben wir uns eine große Enthaltsamkeit in Ansehung neuer Vorschläge und Projekte auferlegt.