Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 253)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 253 — Del, Cowen: Herr Vorsitzender, ich protestiere gegen die En-bloc- Annahme. Referent Dr. Marguiies: Ich habe mich bereits dem Antrage des Herrn Dr. Elias Straus akkomodiert. Del. Podlichewsky: Ich bitte ums Wort. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Haben Sie einen Antrag zur Geschäftsordnung? Del. Podlichewsky: Nein! Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Dann kann ich Ihnen das Wort nicht geben. Del. Dr. Rosenfeld: Ich beantrage, daß man bei dem früheren Antrage bleibt, daß jeder 3 Alinuten spricht und hier Gelegenheit hat, seine Abänderungsvorschläge vorzubringen. Ich begreife die Ungeduld des Kongresses nicht. Wir warten vier Jahre auf das Organisationsstatut, in letzter Stunde will man es durchpeitschen. Dagegen protestiere ich. Wir haben eine ganze Reihe sachlicher Abänderungsvorschläge, welche mit dem Organisationsstatut in Einklang gebracht werden müssen. Del. Prof. Ornstein (verzichtet auf das Wort). Del. Dr. Nisson Kahan (Budapest): Geehrter Kongreß! Nachdem der Kongreß beschlossen hat, daß die Redezeit auf 3 Minuten festgesetzt werde, hat er die Erklärung abgegeben, daß er Redner anhören will und daß er gegen eine En-bloc-Annahme ist. Ich erkläre mich daher dagegen und bitte, den Beschluß, der gefaßt wurde, zu beachten. Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich muß, um ein Mißverständnis zu verhüten, wiederholen, was ich gesagt habe. Die Abstimmung, die erfolgt ist, bezog sich auf die Abkürzung der Redezeit der Debatte. Der neue Antrag bezieht sich aber nicht auf diese formelle Seite der Redezeit, sondern auf die Abstimmung. Das ist ein anderer Antrag, und der muß vom Kongresse erledigt werden. Wir kommen nun zur Abstimmung über den En-bloc-Antrag. (Lärm und Zwischenrufe: Der Antrag wurde zurückgezogen!) Wenn Sie nicht orientiert sind, sollten Sie nicht dazwischenrufen. Herr Struck hat den Antrag doch gestellt. Ich lasse abstimmen. Entweder Sie stellen einen En-bloc-Antrag oder Sie stellen ihn nicht. (Zahlreiche Rufe: Ich stelle den En-bloc-Antrag!) Wird dieser Antrag unterstützt? (Nach einer Pause): Der En-bloc-Antrag ist genügend unterstützt. Wir kommen zur Abstimmung. Ich bitte, den Mittelgang freizuhalten. (Zahlreiche Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Niemand hat jetzt das Wort! Erschweren Sie doch Ihrem Präsidenten, verehrter Kongreß, die Arbeit nicht so sehr! Sie wissen, wir haben schon tagelang Verhandlungen und unsere Stimmittel sind erschöpft. Hier im Kongresse erfolgt die Abstimmung nicht durch Zurufen und durch laute Beifalls- oder Mißfallsbezeugungen, sondern nach einer sehr löblichen Gewohnheit mit den Händen (Heiterkeit), weil das geräuschlos ist. Ich bitte, sich doch dieser parlamentarischen Uebung, die wir ja auch sonst gerne akzeptieren (Heiterkeit) zu fügen und hier nur mit den Händen Ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Del. Fischer: Ich erhebe Protest. Nach allen den Protesten, die . . . (Stürmische Unterbrechungen — andauernder Lärm.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich bitte um Ruhe! Ich muß noch auf einen Punkt aufmerksam machen, der gerade für Herrn Fischer von Interesse ist. Wir haben hier vorgeschlagen, daß § 37, Absatz 2 und 3, von der En-bloc-Annahme insofern ausgeschlossen sein soll, als diese Bestimmungen in die Geschäftsordnung hineingenommen und der Kommission