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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 237

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 237 (sequence 237)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 237 — und wenn wir diesen Unterschied als eine Bereicherung der jüdischen Psyche feststellen und anerkennen, so wäre es organisatorisch ein Fehler, über diesen Gesichtspunkt hinwegzugehen, die natürlich1 gewordenen individuellen, wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu zerreißen, die durch das Zusammenwohnen in verschiedenen Ländern, unter gleichen Gesetzen und Gewohnheiten herbeigeführt worden sind, und an deren Stelle nur eine Idee zu setzen, welcher jedoch jeder einzelne je nach seiner Individualität einen andern Inhalt zu geben versteht. Ich möchte meiner Meinung Ausdruck geben, daß die Organisationskommission der Ansicht war, daß dieser Landesverband, aufgebaut auf dem Grundsatze des Zusammenwohnens in verschiedenen Ländern, ein nicht zu übersehendes tatsächliches Moment von großer Bedeutung darstellt, von einer Bedeutung, die um so größer werden würde, wenn wir sie vernachlässigen wollten. Wenn wir dieses Moment in den Dienst der Organisation stellen, dann dient es zur Zusammenfassung derselben, wenn wir es aber vernachlässigen, wird es ein Widerstand, welcher die Organisation zerreißen könnte. Wir haben aber dabei nicht übersehen, daß es Ideenbildungen gibt, politische Programme innerhalb des Zionismus, welche einen gemeinsamen Boden darstellen, und die im einzelnen Falle doch stärker sein könnten, als diese rein territorialen soziologischen Bedingungen, und wir waren der Ansicht, daß es nicht unsere Aufgabe ist, einer Idee das Ganze zu unterjochen, auch nicht der Idee der Bedeutung des territorialen Zusammenhanges, sondern daß wir da eine Entwicklungstendenz zu verfolgen haben, die wir jedenfalls nicht hemmen dürfen. Es ist der Vorschlag gemacht worden, diese Entwicklungstendenz in ihrer Kraft so anzunehmen, als ob sie bereits die ganze Organisation beherrschen würde. Ich würde es nun als einen Fehler ansehen, wenn wir diese Tendenz der Bildung von Sonderverbänden und besonderer politischer Programme künstlich vergrößern würden, wenn wir ihre Entwicklung über das Maß derjenigen Kraft hinaus fördern würden, welche ihr in Wirklichkeit innewohnt; den Ausweg glaubten wir dann darin zu finden, daß wir einerseits den Gedanken des Landesverbandes als das Normale hinstellen und daneben den Bildungen um ein besonderes Programm dann alle Freiheit geben, wenn sie audh genügende Kraft haben, um sich in der Wirklichkeit durchzusetzen. Diese wirkliche Kraft muß dadurch zum Ausdruck kommen, daß ein gewisser Prozentsatz der Zionisten sich um dieses Programm sammelt. Sind es bloß dissentierende Anschauungen weniger oder einzelner Leute, dann haben sie vorläufig keine Beachtung in der Bewegung. Nur dann, wenn sie zahlenmäßig zum Ausdruck kommen — nicht abstrakt, sondern dadurch, daß sie so und so viele Individualitäten zu gewinnen wissen — haben sie Anspruch darauf, daß sie in unserer Organisation mit denjenigen Kor-

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