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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 236

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 236 (sequence 236)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 236 — z. B. den Gedanken der preußischen Disziplin — ein für uns passendes Statut zu finden und den Rahmen unseres Organisationsstatuts, so weit zu fassen, daß alle Individualitäten auch in Gruppenbildungen, alle Individualitäten, beeinflußt durch das Milieu der verschiedenen Länder, durch politische Wirkungen und Gewohnheiten, darin Platz finden. Die Tendenz, von der wir uns haben leiten lassen, war, einen Rahmen zu schaffen, der weit und elastisch genug ist, um allen verschiedenen Individualitäten Platz zu geben. Wir mußten uns aber andererseits, da wir eine über die ganze Welt verstreute Organisation haben, die sehr schwer zusammenzufassen ist, bemühen, den Rahmen so straff zu fassen, daß die Organisation nicht vollkommen auseinanderfällt, weder zu eng, damit nicht kommende Entwicklungen diesen Rahmen sprengen oder behindern, noch zu weit, daß dann überhaupt keine Organisation mehr vorhanden sei. Hoher Kongreß! Wir haben an die Spitze des Organisationsstatuts den Leitsatz des Baseler Programms gestellt. Ich habe darüber kein weiteres Wort zu verlieren. Das ist unsere Fahne, die uns voranschwebt. Wir haben die Organisation aufgebaut auf dem Gedanken des Schekelzahlers, des Juden, welcher das zionistische Programm anerkennt und den Schekel zahlt. Wir haben aber in dem Statute der Meinung Ausdruck gegeben, daß wir in der Bewegung als solcher den einzelnen Schekelzahler nur insoweit anerkennen, als er einem besonderen Verbände, Landesverbände oder Sonderverbande, angehört, so daß ein direkter Verkehr zwischen der Spitze der Bewegung und den einzelnen Sdiekelzahlern nicht existieren kann, und die einzelnen Sch!ekelzahler die Pflicht haben, sich in bestimmten Gruppen zu organisieren. Der Gesichtspunkt, der uns bei dieser Zusammenfassung der einzelnen Schekelzahler geleitet hat, -war ein doppelter; einerseits der territoriale und andererseits der ideelle. Wir sahen uns gezwungen, beiden Gesichtspunkten insoweit gerecht zu werden, daß wir beide Gruppenformen nebeneinander geschaffen haben. Ich habe oft den Einwand gehört: Wir sind alle Juden und wir brauchen keine Einteilung nach amerikanischen, russischen, polnischen, österreichischen Juden! Das ist ein Wort, das schön klingt, mit dem Schwünge der Begeisterung vorgetragen vielleicht viele betäuben kann, das aber doch die realen Formen der Wirklichkeit übersieht, denn ebensogut könnte dann einer kommen und sagen: Wir sind alle Menschen und es mögen denn alle nationalen Differenzierungen wegfallen. Es ist nicht zu leugnen, daß wir uns nach den Ländern differenzieren, in denen wir wohnen, denn es ist ausgeschlossen, daß eine noch so starke Individualität imstande ist, sich den Einflüssen des Milieus, der Umgebung, zu entziehen, in welchen sie ihr ganzes Leben zubringt. Es bleibt darum die jüdische Persönlichkeit mit jenen besonderen Nuancen, wie sie sich in den einzelnen Ländern ausprägt,

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