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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 235

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 235 (sequence 235)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476274--3780-3479922
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— 235 — geeinigt sie hat, alle Parteien in der Bewegung zusammenfassend, den Versuch gemacht die Gegensätze, die uns auseinandergerissen haben, in möglichst abstrakter Form zum Ausdruck zu bringen und eine gemeinsame Basis zu finden, von der alle verbitternden Momente ausgeschaltet werden könnten. Auch die Organisations-Kommission hat sich dann die Aufgabe gesetzt, die Gegensätze unserer Partei zu versachlichen. Diese Aufgabe haben wir uns gesetzt und der Friedensgeist, welcher die Jahreskonferenz erfüllt hat, von dem haben auch wir uns leiten lassen, und ich hoffe, hoher Kongreß, daß wir mit diesen unseren Bestrebungen und mit denjenigen Formen, die der Ausdruck dieser Bestrebungen sind, auch bei Ihnen Verständnis finden werden. Wir haben in unserer Organisation historisch zwei Zeitepochen zu konstatieren. In der Zeit, wo unsere Organisation geschaffen wurde, hat sich alles organisch entwickelt. Die Organisation hatte damals ein Gefüge, eine Form, die der damaligen Bewegung den realen Verhältnissen vollkommen angepaßt war. Dann kam jene Zeit, in welcher wir ohne den Mann dagestanden sind, welcher unserer Bewegung den Stempel seiner Persönlichkeit aufgedrückt hat, welcher die ganze Organisation durch seine Persönlichkeit auch gestaltet hat, und da haben wir nun mit allem möglichen Flickwerk an diesem schon einmal geschaffenen Organisationsstatut herumgepfuscht — ich muß es so sagen — wir haben ein auf einer ganz anderen Idee aufgebautes Statut den jeweiligen Schwankungen und Strömungen der Bewegung anzupassen gesucht, ohne dabei die einheitlichen Gesichtspunkte im Auge zu behalten, auf denen das Statut ursprünglich aufgebaut war. Die Organisations-Kommission ist nun zurückgekehrt zu jenem Ausgangspunkte, zu denjenigen Formen der Organisation, die wir ursprünglich! hatten — wenn Sie den Entwurf mit dem ursprünglichen Organisationsstatute vergleichen, werden Sie es auch verfolgen können —, und hat sich nun bemüht, organisch auf diesem Boden weiter zu bauen. Hoher Kongreß! Unsere Bewegung ist über die ganze Welt zerstreut. Wir wissen, daß jeder einzelne von uns dem Milieu, in welchem wir leben, unterliegt. Wir sind erfüllt von dem Bewußtsein der Relativität der soziologischen Organisationsformen in der ganzen Welt und wissen, daß der Begriff „Ordnung4*' in Rußland einen anderen Inhalt als in Deutschland, und in Deutschland einen anderen Begriffsinhalt hat als in Amerika. Wir mußten uns daher bemühen, uns frei zu machen von demjenigen Begriffsinhalte, mit dem sich jeder einzelne für sich in den Ländern, in denen er aufgezogen ist, unter den Einflüssen, denen er unterlegen ist, erfüllt hat, wir mußten uns bestreben, an Stelle eines Statuts, welches vielleicht in der einen oder der anderen Richtung den Gedanken der Ordnung auf das exakteste zum Ausdrucke bringen würde —

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