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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 229

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 229 (sequence 229)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— -229 — Sie werden sagen, um unmittelbar in die jüdische Geschichte, in das jüdische Denken und Fühlen einzudringen, muß man die jüdische Sprache kennen. Ganz gewiß, meine Damen und Herren! Das ist Ehrenpflicht! Es ist beschämend, wenn hier bei einem Zionistenkongreß nicht alle Hebräisch wenigstens verstehen. (Lebhafte Zustimmung.) Und ich sage Ihnen, wenn die Frau Hebräisch könnte, würde der Mann es schon lernen. Er müßte ja. (Heiterkeit.) Und ist erst das jüdisdhe Buch, das jüdische Blatt zum Familienbuch, zum Familienblatt geworden, so haben Sie ein Stück Judentum im Hause! Ich werde Ihnen gewiß nicht zumuten, daß Sie Ihr Haus aggressiv jüdisch dekorieren, aber unsere Renaissance bietet uns schon jetzt soviel, daß wir uns ein stilvolles, ein schönes Haus einrichten können, — jeder nach seinen Verhältnissen — von dem der Fremde, der Außenstehende, sagen muß: „Ma tauwu auholecho Jakauf." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Denn auf Schritt und Tritt wird ihm hier eine schöne Tradition, dort ein weihevoller Spruch, eine geschichtliche Erinnerung tntgegmtrQtQn; und wenn er fragen wird: verstehen Sie denn Hebräisch, so werden Sie antworten: Aber selbstverständlich, ich bin ja Jüdin. (Lebhafte Bravorufe und Händeklatschen.) Ueberall müßte die jüdische Schönheitsblume blühen und duften, daß man an der Schwelle schon fühlt, hier ist ein jüdisches Haus. (Rufe: Sehr richtig.) In einem solchen Hause aber wird uns erst redht heimisch zumute werden, wird unsern Kindern erst das Verständnis aufgehen für jüdische Art und jüdisches Gemütsleben. Meine Damen! Sie wissen gar nicht — ich meine diejenigen, die es nicht versucht haben — von welcher Wirkung, von welcher lebendigen Wirkung auf einen ganzen Kreis es ist, wenn so ein Haus besteht. Freilich, es gibt Leute, die dazu lächeln werden. Nun, Lädhein schlägt keine Wunden! Und dann lacht derjenige am besten, der zuletzt lacht. Machen wir, daß wir zuletzt lachen. Es gibt freilich nach unserer Hagada, wie Sie wissen, auch den Rosche unter uns. Ja, für den Rosche, der nicht nur lächelt, sondern auch schadet, wo er kann, gibt es nur ein Mittel, und das ist radikal, man kann es nur nicht immer anwenden: „hakhe es schinow!" — Schlag ihm die Zähne aus! (Lebhafte Heiterkeit.) Dann wirst du dich1 mit ihm auseinandersetzen können, dann wird er mit sich reden lassen. (Lebhafte Heiterkeit.) Aber außer dem Rosche haben wir eine ganze Menge Leute von der Sorte, welche die Hagada als „Tarn" bezeichnet und wie mancher ist gar ein: „Scheeno jedea lisch'ol". Und da heißt es in der Hagada: „at p'sach lau", — man muß auch mit diesen reden! Meine Damen, jedes zionistische Haus muß ein Brennpunkt, ein lebendiges Mittel zur Werbearbeit werden, vor allem unter den

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