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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 228

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 228 (sequence 228)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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- 228 — verdient! (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sagen Sie nicht, meine Frau kann nicht mittun, Ihre Frau kann etwas leisten, so gut wie die andern auch1. Sind denn die zionistischen Herren — Sie wissen, welchen heillosen Respekt ich vor ihnen habe — alle Genies? Feldmarschälle sind wir alle, aber Genies nicht! (Heiterkeit.) Aber die Frauen sollen nichts leisten können, Weil jeder Mann die seine für sich behalten will! Das ist ein Unrecht, und ich1 hoffe, wenn es den Frauen erst klar geworden ist, aus welchen Motiven heraus der Mann seine zartere Hälfte mit zionistischer Arbeit verschonen möchte, daß sie sich dafür schönstens bedanken werden: Dein Wunsch ist mir Gebot, wird es dann heißen, aber gebieten lasse ich mir nichts! (Heiterkeit.) Ich glaube und hoffe, daß die Frauen Umkehr halten und sich ernstlich die Frage vorlegen werden, was können wir? Haben wir nach dem Maße unseres Könnens unsere Pflicht getan? Meine Damen! Wir können sehr viel. Es ist wirklich nicht Unbescheidenheit von mir, wenn ich das sage. Wenn ich vorhin mit unbescheidener Deutlichkeit an unsere hohe, glorreiche Frauentradition in Israel erinnert habe, so geschah es, weil ich von dem Satze durchdrungen bin: noblesse oblige, zu deutsch1: „a Jachsen darf mieht pleite gehen". (Heiterkeit — Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich glaube, daß wir mit anderen, mit weiblichen Waffen für unsere Sache kämpfen dürfen, aber kämpfen müssen wir. Sagte dodi schon der alte Goethe: „Nicht unedel sind der Frauen Waffen." Warum sollen wir uns ihrer schämen? Was können wir? Damit komme ich zu meinem Programm. Dieses ist in der Frauenversammlung ausführlich entwickelt worden. Hier möchte ich nur einige Hauptpunkte berühren. Zum: Am hoorez wird man midi deshalb wohl nicht stempeln, weil nicht jedem soviel Hebräisch zu Gebote steht, aber auf ein: „meschugge" kurzweg darf ich mit Sicherheit rechnen — so was hat man immer bei der Hand. (Heiterkeit.) Das ficht mich aber nicht an. Ich halte es für unumgänglich notwendig, daß wir erstens aus jedem Zionistenhaus ein jüdisches Haus machen (Lebhafter Beifall und Händeklatschen), es kann und soll hier nicht die Rede sein von Gewissenszwang, aber es gibt eine so ungeheure Masse von jüdischer Schönheit und jüdischer Phantasie, von jüdischen Traditionen, Sitten usw., daß Sie, meine Damen, damit eine lange Zeit wirtschaften können und noch einen Sparpfennig haben werden. (Beifall.) Wenn Sie Ihren Kindern am Freitag abend und am Sabbat aus der Bibel vorlesen, so brauchen Sie ja nicht gerade das Buch „Mischpotim" vorzunehmen. (Heiterkeit.) In dieser Hinsicht stehen uns ja Schätze zu Gebote, wie sie vielleicht — ich möchte nicht unbescheiden sein — keinem anderen Volke zu Gebote stehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Warum sollen wir darauf verzichten und mit welchem Recht?

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