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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1911-01-01 · 10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911 · p. Seite 226

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
10 (1911) Basel, 9. bis 15. August 1911
Date
1911-01-01
Page
Seite 226 (sequence 226)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 226 — nicht immer „Schabbes und Jontew" bei uns ist, da zu den heiteren Festen leider die sehr saueren Wochen kommen, muß man auch noch etwas anderes zu kochen verstehen als Zimmes, und diese bittere Pflicht haben wir bis jetzt versäumt. Wir Frauen hätten vor allem dafür sorgen müssen, daß die Verinnerlichüng und Vertiefung der nationalen Ueberzeugung durc'li uns in die Welt käme, denn in unserer Hand liegt es, unser Haus zum jüdischen Hause, unser Familienleben zu einem jüdischen Leben zu gestalten. Ist es nicht für uns alle tief beschämend, daß wir nach 14 jähriger zionistischer Arbeit heute mit der Schicksalsfrage an das jüdische Weib herantreten müssen: halonu at — au Pzorenu? Gehörst Du zu uns, oder stehst Du zu unseren Feinden? Denn ein Drittes gibt es nicht, oder wird es bald nicht mehr geben. (Zustimmung.) Entweder die Frau wird ihr Haus — als auch Ihr Haus, meine Herren! — zu einem jüdischen machen, oder es wird, gewollt oder nicht, unjüdisch werden. (Lebhafter Beifäll und Händeklatschen.) Entweder die Frau wird ihre Kinder zu Volljuden machen, oder sie werden über kurz oder lang zu Nichtjuden werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Da, wo der Druck von außen ein so vielseitiger ist, da, wo er mit allen Mitteln gegen uns arbeitet, durch Gesellschaft, die Schule, das ganze uns umflutende Leben auf uns einwirkt, da sollen wir nicht zurückdrücken? Und Sie bilden sich ein, es wird zu unserer Erhaltung ein „Neß" geschehen? Es ist keine jüdische Sitte, sich auf Nissim zu verlassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wir haben es vernachlässigt, uns darüber klar zu werden, was denn aus den Kindern, selbst aus unseren zionistischen Kindern, werden soll. Denn, meine Damen und Herren, die Eindrücke, die Gefühle, die ein Kind in seine zarte, junge Seele aufnimmt, die sind nicht ersetzbar durch politische Versammlungen, die kann selbst die Mutter später nicht mehr geben, wenn sie es nicht zeitig getan hat. Sollen denn immer und ewig unsere Söhne und Töchter denselben Kampf durchkämpfen und sich erst mühselig durchringen zur nationalen Gesinnung? Wem gelingt das? Einer Elite! Und da möchte ich unsere jüdischen Mütter fragen: Glauben Sie nicht, fühlen Sie nicht, daß Sie ein Verbrechen am Heiligsten begehen, was wir haben, an dem wehrlosen Kinde, wenn Sie ihm sein Eigenstes vorenthalten, sein Redht an allen nationalen Gütern, sein JRecht an der jüdischen Sprache? Selbstverständlich verstehe ich unter Jüdisch Hebräisch. (Heiterkeit — Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Glauben Sie denn, meine Damen, daß Ihre Männer, wenn Sie Ihnen — was Sie doch gewiß für sehr liberal halten — freie Hand lassen, in zionistische Versammlungen zu gehen, ganze Arbeit machen können — ohne uns? Bedenken Sie doch, daß, wenn der Mann ein nationaler Jude seiri will, er es inur dann sein kann, wenn er mit allem, was ihim gehört, in der nationalen Sache wurzelt. Wie kann er das — ohne uns? Politische Versamm-

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